Schwere Zeiten für den Schiffbau

Stand: 04.05.2021 16:22 Uhr

Reedereien bestellen weltweit wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Schiffe. Besonders davon betroffen sind deutsche Werften und Zulieferer, meint der Verband Schiffbau und Meerestechnik (VSM).

Um mehr als die Hälfte seien die Neubauaufträge für Schiffe in Deutschland im vergangenen Jahr eingebrochen - weltweit betrage das Minus gut zehn Prozent, hieß es von dem Verband bei der Vorstellung des Jahresberichts in Hamburg am Dienstag. China als weltgrößte Schiffbau-Nation kann dagegen sogar zulegen. Dass die deutschen Werften so stark unter den Corona-Folgen leiden, liegt vor allem daran, dass sich viele von ihnen auf Kreuzfahrtschiffe und Fähren spezialisiert haben.

Kreuzfahrtschiffe kaum gefragt

Aber gerade Kreuzfahrtschiffe seien derzeit kaum gefragt, so Bernard Meyer, Chef der Papenburger Meyer Werft. Die drei größten Kreuzfahrtreedereien haben derzeit nur wenige Schiffe im Einsatz - und im vergangenen Jahr zusammen einen Verlust von rund 20 Milliarden Euro eingefahren.

Für neue Schiffe fehle da schlichtweg das Geld, so Meyer. Hoffnungen setzt die Branche auf staatliche Aufträge - wie für Marine- und Behördenschiffe. Gerade die deutsche Marine habe da einen großen Nachholbedarf, viele Schiffe seien veraltet, so der Verband.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.05.2021 | 14:00 Uhr

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