Opposition kritisiert Schulpolitik in Hamburg

Stand: 11.01.2021 20:23 Uhr

Es ist die zweite Woche Schule nach den Weihnachtsferien, aber die meisten Schülerinnen und Schüler machen "Homeschooling". Gleich zu Beginn gab es Probleme.

Rund zehn Prozent aller Hamburger Schülerinnen und Schüler kommen derzeit zum Präsenzunterricht. Der Rest wird von zu Hause aus digital beschult. Theoretisch. Am Montagmorgen stürzte der bundesweite Schulserver Iserv ab, Videokonferenzen waren nicht möglich. Lernen unter schwierigen Vorzeichen. Zumindest für die älteren Jahrgänge gab es aber eine beruhigende Nachricht: Rund 50.000 Prüfungen werden abgesagt.

Viele Prüfungen abgesagt

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) sagte, Prüfungen, die es eigentlich in vielen anderen Ländern nicht gebe - Hauptschulprüfung - wolle man weglassen. Schülerinnen und Schüler bekämen trotzdem einen vollwertigen Hauptschulabschluss, mit dem sie sich bewerben können.

Schulsenator bekommt Druck

Doch der Schulsenator bekommt politisch Druck: Es geht um den Corona-Ausbruch an der Heinrich-Hertz-Schule. Dort waren die allermeisten Infektionen wohl auf eine Person zurückzuführen. CDU und Linke hatten in einer Senatsanfrage festgestellt, dass Rabe davon schon Ende September gewusst hatte. "Rabe hat beteuert, Schulen sind sichere Orte - wir wissen jetzt, dass sie das nicht sind - von daher erwarten wir Transparenz von Rabe und nicht Studien zurückzuhalten", sagt Dennis Thering, CDU-Fraktionsvorsitzender. Sabine Boeddinghaus, Fraktionsvorsitzende Die Linke erklärte: "Es ist eine Studie erhoben worden, Rabe hätte Pflicht gehabt die zu präsentieren, auch wenn es nur Zwischenergebnisse sind, weil die fließen ein in die Gesamterkenntnis, wie Schule weiter organisiert werden muss in diesen Zeiten".

Rabe weist Kritik zurück

Doch der Schulsenator weist die Kritik zurück. "Wir haben schon im September gesagt, dass sich auch Schüler in Schulen infizieren". Man habe ausdrücklich Schulen benannt, die Heinrich-Hertz-Schule zählte dazu. "Wir haben immer gesagt, Schulen sind sichere Orte im Vergleich zu anderen Lebensbereichen", so Rabe. Das Lernen in Pandemie-Zeiten bleibt eine Herausforderung und wird auch weiter politisch heftig diskutiert, am Donnerstag der kommenden Woche dann auch im Schulausschuss.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) beantwortet am 12. Januar von 7 bis 8 Uhr live bei NDR 90,3 Fragen zur aktuellen Schulsituation in der Corona-Krise.

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Hamburg Journal | 11.01.2021 | 19:30 Uhr

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