Stand: 01.09.2020 16:14 Uhr

Leonhard stellt Öffnung von Bordellen in Aussicht

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard auf der Landespressekonferenz am 1. Septmeber 2020 © NDR Foto: Screenshot NDR
Hamburgs Sozialsenatorin Leonhard: Öffnung der Bordelle wohl noch in diesem Monat.

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat eine baldige Wiederzulassung der Prostitution in Bordellen in Aussicht gestellt. Sie sei "guter Dinge, dass wir in diesem Monat etwas mitteilen können. Und ich bin auch guter Dinge, dass es eine Öffnung sein wird, die wir dann mitteilen", sagte sie nach einer Senatssitzung am Dienstag. Da es sich bei der Prostitution aber um "eine sehr, sehr, sehr körpernahe Dienstleistung" handele, werde diese möglicherweise zunächst nur in genehmigten Prostitutionsstätten zugelassen. "Dafür spricht vieles, weil wir kennen die Akteure". Wichtig sei auch, dies in einem Zug mit den Nachbarländern zu machen, "damit es keine Verdrängungseffekte gibt".

Prostituierte wollen arbeiten

Prostituierte in Hamburg hatten zuvor erneut gefordert, dass die Bordelle in Hamburg schon im September wieder öffnen dürfen. Die Prostituierten verweisen darauf, dass klassische Sexarbeit in Berlin wieder zugelassen sei, und auch in Hamburg körpernahe Tätigkeiten wie Massagen und Kampfsport schon lange wieder erlaubt sind. Sie fordern eine stufenweise Öffnung von Bordellen.

Seit fast sechs Monaten sind die Bordelle in Hamburg geschlossen. Bordellbetreiber und Prostituierte haben ein Hygienekonzept erarbeitet und schon früher mit Demonstrationen auf ihre Lage aufmerksam gemacht.

Weitere Informationen
Die Herbertstraße auf St. Pauli in Hamburg. © picture alliance/Ulrich Perrey/dpa Foto: Ulrich Perrey

Bordelle bleiben zu - Rotlicht-Branche bangt

Auch in den aktuell beschlossenen Corona-Lockerungen in Hamburg tauchen Bordelle nicht auf. Die Rotlicht-Branche denkt über neue Proteste nach. (26.08.2020) mehr

Sexarbeiterinnen demonstrieren in der Herbertstraße auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt

Demo für Wiederzulassung der Prostitution auf St. Pauli

Im Hamburger Stadtteil St. Pauli haben erneut Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber demonstriert. Sie fordern eine Wiederzulassung der Prostitution, die wegen der Corona-Pandemie untersagt ist. (29.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.09.2020 | 06:00 Uhr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Welche Beschränkungen gibt es, welche Lockerungen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Mitglieder des Hamburger Senats bei einer Pressekonferenz zur Corona-Situation.

Corona-Regeln: Senat denkt über Feier-Beschränkungen nach

Nach dem Überschreiten des Corona-Warnwerts erwägt der Hamburger Senat Einschränkungen, zum Beispiel bei privaten Feiern. mehr

Eine Person mit blauen Handschuhen hält ein Abstrichstäbchen in der Hand. © photocase Foto: Luisrojas

Coronavirus: 204 Neuinfektionen in Hamburg registriert

In Hamburg sind seit Montag 204 neue Corona-Fälle registriert worden. Der sogenannte Inzidenzwert liegt aktuell bei 55,4. mehr

Der Gerichtssaal im Prozess um die sogenannten Drei von der Parkbank. Der Angeklagte hält sich eine gelbe Mappe vor das Gesicht. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks/dpa

"Parkbank"-Prozess: Staatsanwalt fordert Gefängnisstrafen

Im Prozess um die "Drei von der Parkbank" hat der Oberstaatsanwalt Gefängnisstrafen von drei bis dreieinhalb Jahren gefordert. mehr

Teilnehmer stehen während einer Streikkundgebung auf dem Gelände des Forschungszentrums Desy in Hamburg-Bahrenfeld. © dpa-Bildfunk Foto: Bodo Marks

Krankenhäuser und Kitas: Hunderte bei Warnstreik dabei

Geschlossene Kitas, Notbesetzungen in Krankenhäusern: Die Gewerkschaft ver.di erhöht den Druck auf die Arbeitgeber. mehr