Corona: Wie hoch sind die Mehrkosten durchs Homeoffice?

Stand: 19.12.2020 17:16 Uhr

Der Mieterverein zu Hamburg befürchtet Mehrkosten durch das Homeoffice in der Corona-Zeit. Der Verein "Mieter helfen Mietern" hingegen warnt vor Panikmache. Die Bundesregierung hilft mit Homeoffice-Pauschale.

Manche Hamburgerinnen und Hamburger sind seit März diesen Jahres im Homeoffice. Das ist zwar gut, um sich nicht gegenseitig anzustecken. Doch treibt es auch die Betriebskosten zu Hause in die Höhe: Der Computer ist zehn Stunden lang angeschaltet, die Heizung läuft durch und der Wasserverbrauch steigt. Der Mieterverein zu Hamburg warnt deshalb vor Mehrkosten.

Verein befürchtet deutliche Mehrkosten

Die Hamburgerinnen und Hamburger sollten sich durch die Arbeit zu Hause auf mindestens 15 Prozent höhere Betriebskosten in 2020 einstellen, meint der Verein. Durch Homeoffice könne alleine die Heiztemperatur um zwei bis drei Grad höher sein.

Höhere Heizkosten, höherer Wasserverbrauch

"Es ist eine alte Erfahrung: Ein Grad mehr bedeutet sechs Prozent mehr Heizkosten", sagt Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg. Der Verein habe eine Hochrechnung vorgenommen: Wenn man über die Wintermonate zwei Grad mehr heize, müsse man bei einer siebzig Quadratmeter großen Wohnung mit Mehrkosten von Hundert bis Zweihundert Euro rechnen. Auch der Wasserverbrauch könne Mehrkosten von 30 bis 50 Euro pro Jahr verursachen.

Überwiegen die Vorteile des Homeoffice?

Der Verein "Mieter helfen Mietern" warnt hingegen vor Panikmache. "Ich finde es nicht richtig, dass man dem Homeoffice jetzt den Beigeschmack gibt, dass es eine Kostenfalle ist", sagt Sylvia Sonnemann vom Verein Mieter helfen Mietern. Es erspare ein Infektionsrisiko, der Arbeitsplatz werde erhalten. Und: "Wir sparen auch ein bisschen Geld. Wir müssen nicht mehr zur Arbeit fahren, das heißt, wir haben keine Fahrtkosten", so Sonnemann. Auch sei es günstiger, zu Hause zu kochen.

Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag

Sonnemann verweist zudem auf steuerliche Vorteile. Die Bundesregierung hat beschlossen, Bürgerinnen und Bürger können eine Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag geltend machen.

Tipp: Geld für höhere Betriebskosten zurücklegen

Der Mieterverein zu Hamburg gibt indes einen Tipp, um möglichen unangenehmen finanziellen Überraschungen entgegen zu wirken: Man möge die Betriebskosten des Jahres 2019 als Beispiel vor Augen haben und etwa 10 bis 15 Prozent zu Seite legen. Damit seien Mieterinnen und Mieter auf der sicheren Seite und könnten von höheren Nachzahlungen nicht überrascht werden.

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Hamburg Journal | 19.12.2020 | 19:30 Uhr

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