Menschen laufen über den Kiez nahe der Hamburger Reeperbahn.

So lief das erste "2G-Wochenende" in Hamburg

Stand: 30.08.2021 06:17 Uhr

Nicht nur Outfit und Auftreten sind jetzt entscheidend, wenn das Partyvolk an Hamburgs Türstehern und Türsteherinnen vorbeikommen will. Ab sofort öffnen sich viele Türen nur noch für Geimpfte und Genesene.

Seit Sonnabend ist in der Hansestadt die 2G-Regel in Kraft. Einige Kiez-Kneipen waren besonders schnell und hatten schon in der Nacht zum Sonnabend umgestellt. Ab Mitternacht durften sie dann mehr Gäste einlassen - aber eben nur noch gegen Corona Geimpfte oder vom Virus Genesene. Teilweise war es fast wieder so voll wie vor Corona-Zeiten.

Verstöße gegen die neuen Regeln

Ganz reibungslos hat das nicht immer geklappt: Ein Club in der Großen Freiheit musste nach einer Kontrolle von Polizei, Gesundheitsamt und dem Bezirk bis zum nächsten Morgen schließen. Dort wurden die neuen Freiheiten zwar schon genutzt, die neuen 2G-Regeln aber offenbar noch nicht eingehalten. Ähnliche Beanstandungen gab es in der Nacht zu Sonntag bei einer Bar auf dem Hans-Albers-Platz.

Diese Regeln gelten unter 2G

Das 2G-Modell kann anbieten, wer sich dafür registriert hat. Das ist seit Freitag für Veranstaltende und Wirte und Wirtinnen bei der Stadt möglich. Außerdem muss die komplette Belegschaft geimpft sein. Dann entfällt die Sperrstunde - zuletzt musste rund um die Reeperbahn um 23 Uhr geschlossen werden - und es darf auch wieder getanzt werden. Zum Tanzen muss jedoch eine Maske aufgesetzt werden. In Musikclubs, bei Livemusik-Veranstaltungen und bei Sport-Events sind in geschlossenen Räumen 1.300 Menschen erlaubt, draußen bis zu 2.000. Wenn getanzt wird, liegen die Höchstgrenzen draußen bei 750 und drinnen bei 150 Menschen. Das Personal ist für die Kontrolle der Impf- beziehungsweise Genesenennachweise der Gäste zuständig.

Bislang 272 Anmeldungen für 2G-Modell

In Gaststätten, in denen die 2G-Option gilt, können Tische wieder beliebig platziert werden, Masken müssen an festen Steh- und Sitzplätzen nicht mehr getragen werden und auch die Abstandspflicht entfällt. Es gibt keine Testpflicht mehr und auch hier ist die Sperrstunde aufgehoben. Bis Sonntagnachmittag haben sich insgesamt schon 272 Veranstaltende und Wirte und Wirtinnen angemeldet. Besonders viele mit 109 im Bezirk Hamburg-Mitte, die wenigsten in Bergedorf - da sind es gerade einmal 7.

Bundesweit einzigartig

Das seit Sonnabend in Hamburg geltende 2G-Optionsmodell ist bislang bundesweit einmalig. Veranstaltende, Wirtinnen und Wirte können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Vor allem Clubs und Bars nutzen 2G-Option

Das erste Wochenende mit der Option auf 2G hat gezeigt: Vor allem Clubs und kleinere Bars nutzen die neue Möglichkeit. Größere Restaurants oder Cafés machen davon noch weniger Gebrauch. Das erscheint auch logisch, für die "Kleinen" lohnt sich das eher: In einer winzigen Kiez-Kneipe kann der Wirt oder die Wirtin unter den bisherigen Corona-Beschränkungen nur sehr wenige Gäste empfangen - und macht eher Minus mit den Personalkosten. Auch wenn es den meisten leidtut, einige Menschen nun ausschließen zu müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.08.2021 | 06:00 Uhr

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