Stand: 04.09.2020 07:13 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Fälle an Schulen: Kritik an Informationspolitik

Linke-Politikerin Sabine Boeddinghaus im NDR 90,3 Redaktionsgespräch  Foto: Sahar Nadi
Sabine Boeddinghaus fordert die "Einbindung der Schulgemeinschaft" wenn Corona-Fälle auftreten.

Werden Hamburgs Eltern ausreichend informiert, wenn es Corona-Fälle in der Schule ihrer Kinder gibt? Die Linke kritisiert die Schulbehörde und fordert in solchen Fällen eine bessere Informationspolitik.

Wer muss informiert werden?

Anfang der Woche war eine Corona-Infektion am Helene-Lange-Gymnasium gemeldet worden - eine von derzeit 21 an Hamburgs Schulen. Das Gesundheitsamt Eimsbüttel ordnete Quarantäne und Tests bei Sitznachbarn und dem Sport-Kurs des Betroffenen an. Doch müssen auch die Eltern der anderen Schülerinnen und Schüler informiert werden? Darüber gibt es Diskussionen.

Die Linken-Schulexpertin Sabine Boeddinghaus fordert in solchen Fällen die "Einbindung der Schulgemeinschaft". Vom Senat hatte sie genauere Informationen zu Covid-19-Infektionen verlangt. Und bekam als Antwort, es sei Aufgabe der Schulen, mit Informationen verantwortungsbewusst umzugehen. Ängste und Sorgen sollten nicht unnötig geschürt werden.

Schulbehörde: Es geht auch um Datenschutz

Das Ergebnis einer solchen Politik sei Verunsicherung, sagte Boeddinghaus zu NDR 90,3. Schulbehördensprecher Peter Albrecht widersprach: Welche Informationen für wen wichtig seien, werde mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. Dabei gehe es auch um Daten- und Personenschutz - gerade um Gerüchte über einzelne Schüler oder Lehrkräfte zu vermeiden.

Zuletzt wurden einzelne Neu-Infektionen an vier Schulen gemeldet: Am Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen, am Gymnasium Hummelsbüttel, an der Berufliche Schule 14 und der Schule Maretstraße war jeweils ein Schüler oder eine Schülerin infiziert. Insgesamt elf von rund 9.500 Klassen sind in Quarantäne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.09.2020 | 07:00 Uhr

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