Stand: 03.08.2020 15:35 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Alkoholverbote auch am kommenden Wochenende

Bild vergrößern
Weniger feiernde Menschen auf den Straßen: Die Polizei zeigt sich zufrieden.

Auch am kommenden Wochenende wird der Verkauf von Alkohol in Hamburg verboten. Das haben die Bezirke zusammen mit den zuständigen Behörden und der Polizei am Montagnachmittag entschieden. Wie Falko Drossmann vom Bezirk Mitte NDR 90,3 sagte, gilt das Verkaufsverbot am nächsten Wochenende aber nur für zwei Nächte: Von Freitag auf Sonnabend, sowie auf Sonntag. Die Chefin vom Bezirk Altona, Stefanie von Berg, hatte sich bereits vorab für eine Verlängerung des Verbots ausgesprochen.

Jede Woche wird neu entschieden

Demnach wurde das Ziel erreicht. Die Abstandsregeln wegen des Coronavirus seien wesentlich besser eingehalten worden. Lediglich ein Kiosk in der Schanze habe gegen das Verkaufsverbot verstoßen - der wurde von der Polizei dichtgemacht. Nun solle von Woche zu Woche darüber entschieden werden, ob in bestimmten Partyvierteln Alkohol nach draußen auf die Straße verkauft werden darf oder nicht. Das hänge von den aktuellen Infektionszahlen in der Stadt ab.

Weniger Menschen am Wochenende unterwegs

Weniger Alkohol, weniger Gruppen von Feiernden und dadurch ein besserer Schutz vor dem Coronavirus: Diese Formel ist nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Behörden am Wochenende weitgehend aufgegangen. Wie schon in der Nacht zuvor waren auch in der Nacht zum Sonntag etwas weniger Feiernde auf St. Pauli, im Schanzenviertel oder in Ottensen unterwegs als in den vergangenen Wochenenden. Zwar zog das warme Sommerwetter wieder zahlreiche Menschen auf die Straßen, doch die hielten sich in den Ausgehvierteln besser an die Corona-Abstandsregeln als zuletzt.

Alkohol-Verkaufsverbot: Maßnahme erfolgreich

Hamburg Journal -

Weniger Alkohol bedeutet weniger Menschen und damit beserer Corona-Schutz - diese simple Rechnung der Stadt scheint am Wochenende aufgegangen zu sein. Am Montag wird eine erste Bilanz gezogen.

3,32 bei 22 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ein Polizeisprecher sagte, insgesamt seien beide Nächte "an den einschlägigen Corner-Örtlichkeiten unauffällig" verlaufen. Und dennoch hielten sich auch bei erhöhter Polizeipräsenz mit mehreren Einsatzwagen immer wieder einzelne Gruppen an der Straße vor dem linksautonomen Zentrum Rote Flora auf, die den Mindestabstand nicht einhielten. Einige hielten Bierdosen und Becher in der Hand, die sie offenbar selbst mitgebracht hatten. Weder an Kiosken noch an Supermärkten oder Tankstellen gab es auf dem Kiez, im Schanzenviertel oder in Ottensen Alkohol zu kaufen. Nutznießer der Alkohol-Verkaufsverbote waren viele Gastwirtinnen und Gastwirte. Denn gefeiert wurde trotzdem - allerdings weniger wild auf der Straße, stattdessen mehr in Bars, Kneipen und Cafés.

Einsatzkräfte der Polizei gehen entlang der Straße Schulterblatt. © NDR Foto: Screenshot

Was bringt das Alkohol-Verkaufsverbot?

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Was halten Feiernde, Gastronomen und Kioskbetreiber vom Alkohol-Verkaufsverbot? NDR 90,3 Reporter Karsten Sekund hat sich auf dem Kiez und in der Schanze umgehört.

3,33 bei 12 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Feiernde Menschenmassen in den vergangenen Wochen

An den vergangenen Wochenenden hatten sich in St. Pauli, im Schanzenviertel und in Altona an einigen Plätzen Hunderte Menschen versammelt, oft ohne auf den Sicherheitsabstand zu achten. Daraufhin hatten die Bezirke Altona, Eimsbüttel und Hamburg-Mitte am Donnerstag per Allgemeinverfügung ein Verkaufsverbot für Alkohol zum Mitnehmen erlassen. Freitag, Sonnabend und Sonntag - jeweils von 20 Uhr bis 6 Uhr - durften und dürfen Kneipen, Bars, Cafés, Kioske, Tankstellen und Supermärkte keinen Alkohol zum Mitnehmen verkaufen. Das mindere die Attraktivität des öffentlichen Raums für solche Zusammenkünfte und verringere so das Risiko, dass sich überhaupt große Ansammlungen bildeten, heißt es in der Allgemeinverfügung.

Fegebank verteidigt Auflagen

Videos
03:37
Hamburg Journal

Fegebank: Lage hat sich etwas entspannt

Hamburg Journal

"Die Lage hat sich nicht verschärft": Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank bewertet die Folgen des Alkohol-Verkaufsverbots positiv. Video (03:37 min)

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) zeigte sich am Sonnabend erleichtert. Im Hamburg Journal des NDR Fernsehens sagte Fegebank, die Lage habe sich nicht verschärft, im Gegenteil. Die strikteren Auflagen seien notwendig, um die Hamburgerinnen und Hamburger in der Corona-Pandemie zu schützen. Es handle sich zwar um Einschnitte in die Freiheitsrechte, die Gesundheit sei aber das höchste Gut.

 

Weitere Informationen
00:58
NDR 90,3

Alkohol-Verkaufsverbot: Weniger Feiernde unterwegs

NDR 90,3

Das Alkohol-Verkaufsverbot in Teilen Hamburgs zeigt offensichtlich Wirkung. Im Vergleich zu den Vorwochen waren laut Behörden an diesem Wochenende deutlich weniger Menschen unterwegs. Karsten Sekund berichtet. Audio (00:58 min)

Hamburger Bezirke dürfen Alkoholverkauf verbieten

Der Hamburger Senat hat die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Bezirke Alkohol-Verkaufsverbote aussprechen können. Anlass sind feiernde Menschenmengen trotz Corona. (28.07.2020) mehr

Droßmann: Alkohol-Verkaufsverbot "nicht zu spät"

Nach den Feier-Wochenenden trotz Corona soll es wohl ein Alkohol-Verkaufsverbot auf Bezirksebene in Hamburg geben. Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte, sprach darüber mit dem Hamburg Journal. (27.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.08.2020 | 16:00 Uhr

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Welche Beschränkungen gibt es, welche Lockerungen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:29
Hamburg Journal
02:33
Hamburg Journal
01:16
Hamburg Journal