Stand: 22.06.2017 14:00 Uhr  | Archiv

Hamburg ist Bunker-Hochburg

Rundbunker mit neuer Funktion

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Beliebte Bar und Party-Location ist der Zombeck-Rundbunker an der Rothenbaumchaussee.

Eine weitere Bunker-Variante sind die Rundbunker wie etwa am Bahnhof Barmbek, an der Rothenbaumchaussee gegenüber des Dammtor-Bahnhofs, an der Sternschanze oder zwischen Baumwall und St. Pauli-Landungsbrücken. Sie wurden zwischen 1939 und 1941 gebaut. Die nach ihrem Konstrukteur Paul Zombeck benannten Türme - von diesen sind neun von ehemals elf noch erhalten - haben bis zu zwei Meter dicke Wände. Im Inneren gibt es keine Stufen, sondern eine ansteigende Rampe, sodass die Struktur eher einem Schneckenhaus ähnelt. In Kriegszeiten sollen sich dort bis zu 1.800 Menschen gedrängt haben. Eigentlich hatten die Rundbunker 600 Schutzplätze. Häufig stehen sie in direkter Nähe von Verkehrsknotenpunkten. Ihr Merkmal ist neben dem kegelförmigen Dach die Verklinkerung. Diese ist dem Stadtbild der damaligen Zeit angepasst. Heute werden sie unter anderem als Bar, Restaurant, Geschäft oder Sportheim genutzt.

Einziger Ringtreppenturm 2009 abgerissen

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Mehrere Eingänge und innen Treppen statt einer Rampe unterscheiden den Ringreppenturm vom Zombeck-Turm.

In Hamburg gab es bis 2009 im Rosshafen noch einen seltenen Ringtreppenturm, der auf dem ehemaligen Werftgelände der Howaldtswerke stand. Diese Bauart ähnelt äußerlich den Zombeck-Türmen, ist jedoch von innen ganz anders aufgebaut. Damit in Kriegszeiten möglichst viele Menschen möglichst schnell hineinkommen konnten, ließ der Konstrukteur mehrere Eingänge bauen. Jeder Eingang führte zu einem Stockwerk. Die Treppen wurden versetzt an der Innenseite der Außenwände angesetzt. Der Ringtreppenturm im Hafen wurde Anfang der 1940er-Jahre gebaut. Der Werksluftschutzbunker bot 465 Plätze. Bis zu seinem Abriss aufgrund der Hafenerweiterung war das Bauwerk noch fast vollständig im Originalzustand.

Führungen nicht nur für Touristen

In Hamburg kümmern sich seit 2006 zwei Vereine um die Welt der Bunker und unterirdischer Bauwerke: "Unter Hamburg" und "Hamburger Unterwelten". Die jeweiligen Führungen und weiteren Angebote sind nicht nur für Touristen interessant. Auch die meisten Hamburger können hier viel Neues erfahren. Im Stadtteil Hamm, auf dem Grundstück der Wichernkirche, ist Hamburgs Bunkermuseum - natürlich ein Bunker, ein Vier-Röhren-Bunker von 1940/41, um genau zu sein. Seit 1997 können Besucher einen Eindruck von der beklemmenden Enge in einem Bunker bekommen. Gezeigt werden unter anderem Berichte von Zeitzeugen, Fotos, Gasmasken oder Bombensplitter.

Nutzung als Wohnraum

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Wie hier an der Ecke Heußweg/Unnastraße wurde ein Bunker um ein Wohngeschoss aufgestockt.

Oft stehen die Bunker Wand an Wand mit Wohnhäusern. Weil Grundstücke in attraktiven Lagen sehr teuer sind und Abrissarbeiten genauso, haben einige Hamburger in den vergangenen Jahren aus den Kriegsnachlässen Wohnobjekte geschaffen und die Bunker entsprechend umbauen lassen. Größtes Problem dabei: die dicken Mauern. Um ein Fenster oder eine Tür in die Meter starken Wände zu schneiden, sind viel Geduld und teure Diamantsägen notwendig. Häufig wird deshalb aufgestockt. Über einem alten Hochbunker entsteht dann ein luftiges Loft. Wer sich für einen "Wohn-Bunker" interessiert: Die Stadt verkauft einige der alten Gemäuer, die nicht mehr in der sogenannten Zivilschutzbindung sind.

Montage: Bunker mit Dynamit auf dem Dach.

Heimatkunde: Bunker

Hamburg Journal -

In keiner Stadt wurden so viele Bunker errichtet wie in Hamburg. Ab 1940 entstanden rund 1050 Anlagen, heute stehen noch etwa 650 - einige Fakten über Hamburgs Bunker.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 14.06.2017 | 10:00 Uhr

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