Stand: 18.02.2019 16:48 Uhr

Warnstreiks in allen Hamburger Bezirksämtern

Anderthalb Wochen vor neuen Tarifgesprächen hat der öffentliche Dienst in Hamburg noch einmal den Druck erhöht: Knapp 1.000 Mitarbeiter der Bezirksämter sind nach Angaben von ver.di dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt und haben am Montag die Arbeit niedergelegt. Laut der Finanzbehörde kam es vielerorts zu Einschränkungen, besonders angespannt war die Lage in den Kundenzentren in Wandsbek und Bergedorf. Die Bürger wurden aufgerufen, geplante Besuche zu verschieben.

Wegen des Warnstreiks schloss das Kundenzentrum des Bezirksamts Bergedorf bereits um 16 Uhr. Die Zentren in Eimsbüttel, Wandsbek und Rahlstedt nahmen am Nachmittag keine Spontankunden mehr an. In Vorbereitung auf die Streiks hätten alle Kundenzentren schon in den vergangenen Tagen die Terminvergaben zurückgefahren, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde. Laut Innenbehörde wurden Bürgern, die bereits einen Termin für Montag gebucht hatten, Ausweichtermine angeboten.

Beschäftigte wandern ab

Ver.di legt den Fokus diesmal vor allem aus einem Grund auf die Hamburger Bezirksämter: Die Lage sei dort besonders angespannt, es handele sich um einen der "prekärsten Bereiche" mit "wenig Geld und schlechten Bedingungen", sagt Gewerkschafterin Siegline Frieß. Das zeige sich auch darin, dass viele Beschäftigte ins Umland abwanderten, weil sie dort mehr verdienten.

Kundgebung in Wandsbek

Vor dem Bezirksamt Wandsbek fand am Vormittag eine Kundgebung statt. Die Aktionen bilden den Start in eine ganze Warnstreik-Woche: Am Mittwoch sind in Hamburg die Angestellten der Schulen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und am Freitag die Mitarbeiter der Sozialen Dienste. Auch in anderen Orten in Norddeutschland sollen Aktionen stattfinden.

Angebot der Arbeitgeber bleibt aus

Die Fronten im Tarifstreit sind verhärtet. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt die Forderungen als überzogen ab, hat bisher aber kein eigenes Angebot vorgelegt. Am 28. Februar gehen die Gespräche weiter. Bundesweit geht es um 3,3 Millionen Beschäftigte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.02.2019 | 11:00 Uhr

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