Stand: 06.02.2020 17:10 Uhr  - NDR 90,3

Verlag verkauft "Mopo" an Manager

Es ist eine Überraschung und eine Chance für die "Hamburger Morgenpost": Der Hamburger Digitalmanager Arist von Harpe übernimmt die "Mopo" mit allen Beteiligungen von der DuMont-Mediengruppe. Von Harpe arbeitet als Geschäftsführer für die Internet-Plattform Xing - ein Karrierenetzwerk mit Sitz in Hamburg. Von Harpe wolle das Traditionsmedium neu aufstellen und ihm eine langfristige Perspektive geben, teilte DuMont am Donnerstag mit. Er übernehme sowohl das Printgeschäft als auch den Digitalbereich der Zeitung.

"Ich glaube fest an das Potenzial"

"Ich glaube fest an das Potenzial der Marke und möchte den Fokus auf echten Lokaljournalismus weiter schärfen und damit die Hamburger noch mehr begeistern", ließ von Harpe wissen. Sein Ziel sei eine tief in der Stadt verankerte und nachhaltig erfolgreiche "Mopo".

Mitarbeiter erleichtert

Gewerkschafter und Mitarbeiter reagierten erleichtert: "Wir sind froh, dass diese ein Jahr lang währende Hängepartie ein Ende gefunden hat und wir uns wieder auf unsere Arbeit konzentrieren können. Wir freuen uns, dass ein Eigentümer gefunden wurde, der die Morgenpost als Ganzes erhält, sich zur Belegschaft bekennt und unser Engagement zu schätzen weiß", teilte die Betriebsratsvorsitzende der Zeitung, Nina Gessner, mit. Auch der Deutsche Journalisten-Verband Hamburg und die Gewerkschaft Ver.di reagierten positiv. Der Geschäftsführer des DJV-Landesverbandes in Hamburg, Stefan Endter sagte: "Damit ist ein Einstellungsszenario vom Tisch. Wir freuen uns für die Mitarbeiter, dass die Hängepartie zu Ende ist."

Die Belegschaft war in den vergangenen Wochen selbst an die Öffentlichkeit gegangen - mit Demonstrationen und kleinen Aktionen. Vor allem hatten sie die Sorge, dass nur der Internet-Auftritt der "Morgenpost" verkauft und die Druckausgabe eingestellt werden könnte. Das scheint jetzt abgewendet. Für den Erhalt der "Mopo" hatten sich viele Hamburger Politiker, Politikerinnen und Prominente stark gemacht - darunter Udo Lindenberg und Uwe Seeler.

Funke hatte zurückgezogen

Am Online-Auftritt des Boulevard-Blattes hatte die Funke-Mediengruppe aus Essen Interesse gezeigt, dann aber zurückgezogen. Auch weil es kartellrechtliche Bedenken gab, denn Funke gehört auch schon das "Hamburger Abendblatt".

DuMont hatte seit vergangenem Herbst vier regionale Tageszeitungen verkauft. Neben der "Mopo" sind es die "Berliner Zeitung", der "Berliner Kurier" und die "Mitteldeutsche Zeitung". In der Hand von DuMont bleiben die beiden Regionalblätter "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" (Köln).

DuMont sieht Perspektive

DuMont-Aufsichtsratsvorsitzende Isabella Neven DuMont sagte: "Wir haben immer betont, dass wir auch für Hamburg die bestmögliche Zukunftsoption erarbeiten werden und uns war wichtig, den 'Hamburger Morgenpost Medien' mit all ihren Angeboten eine Perspektive zu geben. Hierfür hat Arist von Harpe aus unserer Sicht das erfolgversprechendste Konzept präsentiert."

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.02.2020 | 13:00 Uhr

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