Zuschauer nehmen am Tag der Deutschen Einheit mit Deutschlandfahnen an den Festlichkeiten in Kiel teil. © dpa Picture Alliance Foto: Kay Nietfeld

Tschentscher zur Einheit: Vielfalt macht Deutschland stark

Stand: 03.10.2020 13:09 Uhr

Heute vor 30 Jahren feierte Hamburg die Wiedervereinigung mit einem Feuerwerk an der Binnenalster. Auch die Hansestadt hat von der Einheit profitiert, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher.

Der SPD-Politiker sprach im Interview mit dem NDR Hamburg Journal von einem großartigen Ereignis. "Es war völlig überraschend. Wir waren gar nicht davon ausgegangen, dass wir die Deutsche Einheit erleben." In Hamburg sei man gewohnt gewesen, dass "hinter Lübeck Stacheldraht und Todesstreifen begannen und dass wir im Grunde genommen gar keine Metropolregion hatten, so wie wir sie jetzt kennen", so Tschentscher. Heute bilde Hamburg auch mit großen Teilen von Mecklenburg-Vorpommern eine Metropolregion.

VIDEO: Vor 30 Jahren: Hamburg feiert die Deutsche Einheit (3 Min)

"Auch der Westen hat profitiert"

Nach Ansicht von Tschentscher hat ganz Deutschland von der Einheit profitiert. "Auch wir im Westen haben sehr profitiert, weil es eben möglich ist, in ganz Deutschland frei zu reisen und weil wir neue Impulse und Erfahrungen in ein vielfältiges Deutschland eingebracht haben." Deutschland mit seinen unterschiedlichen Regionen, landschaftlichen Schönheiten und wissenschaftlichen Kompetenzen trage dazu bei, dass Deutschland "durch diese Vielfalt stark ist."

Wiedervereintes Deutschland für jüngere Generation Normalität

Einmal im Jahr müsse man sich bewusst machen, dass es eine großartige historische Leistung war, aus einer Bürgerrechtsbewegung zu dieser neuen deutschen Einheit zu kommen. Nach Ansicht von Tschentscher ist das wiedervereinte Deutschland vor allem für die jüngere Generation zur Normalität geworden. "Weil sich ein jüngerer Mensch gar nicht mehr vorstellen kann, dass früher gleich hinter Lübeck Stacheldraht und Todesstreifen begannen, dass man nicht einfach nach Schwerin oder Rügen reisen konnte." Tschentscher betonte: "Es kommt jetzt darauf an, dass wir diese Möglichkeiten, die die deutsche Wiedervereinigung uns gegeben hat, wertschätzen. Dass wir die Demokratie und Freiheit verteidigen - gegen populistische Tendenzen, die diese Errungenschaften wieder infrage stellen."

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.10.2020 | 19:30 Uhr

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