Stand: 17.04.2020 13:16 Uhr

Trotz Corona: Mutter darf Kinder in Kinderschutzhaus besuchen

Eine Mutter darf ihre Kinder auch während der Corona-Krise in einem Kinderschutzhaus besuchen. Das hat das Verwaltungsgericht Hamburg in einem Beschluss entschieden, der am Freitag veröffentlicht wurde. Danach kann die Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus einer Mutter nicht verbieten, ihre in einem Kinderschutzhaus untergebrachten Kinder zu besuchen.

Gericht: Grundrecht der Eltern verletzt

Nach der Verordnung war auch Eltern der Besuch und das Betreten von besonderen Formen von Kinderschutzeinrichtungen untersagt. Gegen diese Regelung hatte die Mutter erfolgreich einen Eilantrag gestellt. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts verletzt das ausnahmslose Verbot, die eigenen Kinder in Kinderschutzeinrichtungen persönlich zu besuchen, die Eltern in ihren Grundrechten. Es führe zu einem kompletten Kontaktabbruch zwischen Eltern und Kinder, ohne dabei etwa nach dem Alter der Kinder, der Qualität der bisherigen Eltern-Kind-Beziehung, der Häufigkeit der bisherigen Umgangskontakte oder sonstigen Aspekten zu differenzieren. Es beanstandet zudem, dass die Verordnung keine Ausnahmeregelungen vorsieht.

Sozialbehörde sucht Alternativen

Die Sozialbehörde prüft derzeit, welches Verfahren sinnvoll sein könnte, damit Eltern ihre in Schutzhäusern lebenden Kinder besuchen können. In den sechs Hamburger Kinderschutzhäusern leben Babys und Kleinkinder bis zu sechs Jahren. In drei weiteren Kinderschutzgruppen leben 3- bis 12-Jährige.

Weitere Informationen
"FAQ" steht auf einem iPad. © panthermedia, Fotolia Foto: lamianuovasupermai

Coronavirus in Hamburg: Hier bekommen Sie Hilfe

Sie wohnen in Hamburg und haben eine Frage zum Coronavirus? Wir haben Ihnen eine Liste mit relevanten Informationen, Telefonnummern und Hilfemöglichkeiten zusammengestellt. mehr

Eine junge Frau mit Mundschutz in einem Bekleidungsgeschäft. © Colourbox Foto: Kzenon

Corona-Ticker: Einzelhandel fordert staatliche Nothilfen

Händler in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beklagen, dass sie knapp ein Drittel ihres Umsatzes verlieren. Mehr News im Ticker. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.04.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Karl Dall bei der Aufzeichnung der Talkshow Tietjen und Hirschhausen im NDR-Studio auf dem Messegelände Hannover. © imago images / Future Image

Karl Dall stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls

Der Komiker und Schauspieler ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Zuvor hatte er einen Schlaganfall erlitten. mehr

Blick auf die Hände eines Menschen der diese mit Seife wäscht © imago images / photothek

Weniger Infektionskrankheiten durch aktuelle Hygieneregeln

Mund-Nasen-Schutz, das Waschen und Desinfizieren von Händen helfen gegen das Coronavirus. Aber auch gegen andere Krankheiten. mehr

Klaus Püschel, Direktor des Institutes für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. © Axel Heimken Foto: picture alliance / dpa

Forscher und Ärzte kritisieren die Corona-Politik

Die aktuelle Politik entbehre einer entsprechenden Grundlage. Hamburgs Rechtsmediziner Klaus Püschel ist einer der Kritiker. mehr

Feuerwerk am Hamburger Fischmarkt © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken, dpa

Diskussionen über ein Verkaufsverbot von Böllern

Hamburg hat noch nicht über ein Böller-Verbot entschieden. Die Pyrotechnik-Branche warnt aber vor einer Pleitewelle. mehr