Stand: 24.05.2017 10:36 Uhr

Senat stimmt für grünen Feldstraßen-Bunker

Der alte Hochbunker an der Feldstraße in Hamburg-St. Pauli kann wohl wie geplant begrünt werden. Der Senat hat dem umstrittenen Projekt am Dienstag zugestimmt. Die Entscheidung sollte eigentlich vor einer Woche fallen. Der Bunker am Heiligengeistfeld soll um fünf pyramidenartige Etagen auf dem Dach aufgestockt werden und einen öffentlichen Garten bekommen.

So soll der grüne Bunker in St. Pauli aussehen

Im April hatte das Bezirksamt Mitte bereits eine Baugenehmigung für die Aufstockung und Begrünung erteilt. Wegen der gesamtstädtischen Bedeutung des Gebäudes musste aber auch der Senat dem Projekt zustimmen. Ein Ja mit rot-grüner Mehrheit galt aber bereits als wahrscheinlich. Jetzt muss nur noch die Bürgerschaft zustimmen.

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Baugenehmigung ist da: Bunker wird grün

11.04.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Der Bunker auf dem Heiligengeistfeld soll begrünt werden. Das Bezirksamt Mitte hat jetzt die Baugenehmigung erteilt. Video (02:05 min)

Um fünf Etagen wird aufgestockt

Der Investor schätzt die Kosten auf 25 bis 30 Millionen Euro, die Bauzeit auf 16 bis 18 Monate. Der Bunker soll um fünf Stockwerke erhöht werden. Neben einem Park soll dort eine Sporthalle gebaut werden. Außerdem sind ein Bunker-Museum, Hotel- und Gästeräume, Künstlerwohnungen, ein Amphitheater, ein Musikclub, Räume für die Stadtteilkultur und für Gastronomie geplant. Die Existenz der Bestandsmieter soll durch eine langfristige Verlängerung der Mietverträge gesichert werden.

Zu viel Schatten?

Vor der Baugenehmigung des Bezirksamtes mussten die Pläne geändert werden, sodass das Gebäude weniger Schatten wirft. Dafür rückt der Aufbau mehr als 1,5 Meter von der Feldstraße ab. Die Bezirkspolitik hatte wegen des starken Schattenwurfs eigentlich gefordert, die Aufstockung auf drei Stockwerke zu begrenzen. Dann hätte jedoch die Sporthalle nicht realisiert werden können.

Bedenken bei Anwohnern und Denkmalschützern

Der 38 Meter hohe, graue Koloss aus Stahlbeton steht seit dem Zweiten Weltkrieg als Mahnmal auf dem Heiligengeistfeld. Denkmalschützer befürchten eine Verunstaltung des historischen Gebäudes. Die "Feldbunker-Initiative" meldete Bedenken gegen das Projekt, weil die Bebauungspläne nicht veröffentlicht wurden. Außerdem füge sich das Gebäude nicht in die Umgebung ein.

Insgesamt soll auf und rund um den Bunker etwa ein Hektar Grünfläche entstehen. Während der Vertragslaufzeit sollen immer mindestens 80 Prozent des Aufbaus dauerhaft begrünt sein. Gemeinsam mit Anwohnern und Interessierten entwickelte der Verein Hilldegarden e.V. die Nutzung und Gestaltung der öffentlichen Innen- und Außenflächen. Die Anwohner an der Feldstraße hatten zuvor gegen den Umbau protestiert und erklärt, die Pläne seien am Computer künstlich geschönt worden.

Hintergrund
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Hamburg ist Bunker-Hochburg

Mehr als 1.000 Bunker gab es zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Hamburg. Hunderte liegen im Verborgenen, aber oft ganz nah. Einige Anlagen wurden abgerissen, andere umgebaut. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.05.2017 | 06:30 Uhr

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