Stand: 23.04.2020 16:52 Uhr

Schüsse auf Rockerboss: Lebenslange Haft

Nach Schüssen auf den Fahrer untersuchen Polizisten einen weißen Bentley auf Hamburg-St.Pauli. © picture alliance/dpa Foto: Mücahid Güler
Ende August 2018 fielen die Schüsse auf den Rockerboss am Millerntorplatz auf St. Pauli.

Im Prozess um die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss der "Hells Angels" im Hamburger Stadtteil St. Pauli ist am Donnerstag ein Urteil gesprochen worden. Das Hamburger Landgericht verurteilte den 29-jährigen Auftraggeber wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Sein 73-jähriger Vater kommt für neuneinhalb Jahre in Haft, der angeheuerte Auftragskiller für sechs Jahre und neun Monate. Der psychisch kranke Schütze, ein 27-jähriger Bulgare, kommt jedoch statt ins Gefängnis in die Psychiatrie. Er hatte für ein Versprechen von 10.000 Euro auf den Rockerboss gefeuert.

Richterin: "Feiger Racheakt"

Die Tat sei ein feiger Racheakt gewesen, der mit dem deutschen Rechtssystem nicht vereinbar sei, sagte die Vorsitzende Richterin bei ihrer Urteilsbegründung. Der Auftraggeber habe seine Rocker-Ehre wieder herstellen wollen, weil er selbst zwei Jahre zuvor niedergeschossen worden war. Die Richterin lobte ausdrücklich die Ermittlungsarbeit der Polizei-Sonderkommission "Rocker".

VIDEO: Schüsse auf Rockerboss: Haftstrafen erlassen (2 Min)

Hauptangeklagter zum zweiten Mal verurteilt

Der 29-jährige Hauptangeklagte, ein ehemaligs Mitglied der Rockergruppe "Mongols" war bereits in einem ersten Verfahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Prozess wurde jedoch wegen eines Formfehlers neu aufgenommen.

Opfer querschnittsgelähmt

In der Nacht zum 27. August 2018 waren fünf Schüsse auf den Boss der "Hells Angels" abgegeben worden, als dieser mit seinem Bentley vor einer Ampel am Millerntorplatz halten musste. Der damals 38-Jährige wurde lebensgefährlich an Kopf und Oberkörper verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt. Die Tat war offenbar ein Racheakt. Gut zwei Jahre zuvor waren der Hauptangeklagte und dessen Freundin Opfer eines ähnlichen Überfalls im Stadtteil Schnelsen geworden. Dabei hatten beide schwere Schussverletzungen erlitten.

Weitere Informationen
Ein Polizist untersucht ein Fahrzeug, indem ein Rockerboss angestoßen wurde.

Schüsse auf Rockerboss: Lange Haftstrafen gefordert

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Ein weißer Bentley wird nach Schüssen auf den Fahrer von der Polizei auf Hamburg-St. Pauli untersucht. © NDR Foto: Kai Salander

Schüsse auf Rockerboss: Neue Wende

Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss der "Hells Angels" am Hamburger Millerntor gibt es eine neue Wendung. Die Freundin des mutmaßlichen Auftraggebers will für die Tat verantwortlich gewesen sein. (24.02.2020) mehr

Ein Angeklagter sitzt im Saal des Hamburger Landgerichts im Prozess nach Schüssen auf einen Rockerboss im Stadtteil St. Pauli. © dpa Foto: Daniel Bockwoldt

27-Jähriger gesteht Schüsse auf Rockerboss

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.04.2020 | 17:00 Uhr

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