Stand: 13.06.2020 09:30 Uhr

Schiffsunfälle: BSU legt Jahresbericht vor

Der Lotsenschoner "No.5 Elbe" liegt auf Grund. © TV Elbnews Foto: Screenshot
Spektakulär war der Zusammenstoß des Lotsenschoners "No.5 Elbe" mit einem Frachter auf der Elbe.

Die Zahl der Seeunfälle auf deutschen Handelsschiffen ist im vergangenen Jahr etwas gesunken. Dafür gab es mehr Unfälle auf und mit Jachten - nämlich 69. Das geht aus dem Jahresbericht 2019 der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg hervor. Die Behörde spricht trotz einiger spektakulärer Fälle von einem weitgehend sicheren Jahr.

Verunglückte ohne Rettungswesten

Vier Tote auf Jachten hat die BSU im vergangenen Jahr gezählt, in der Berufsschiffahrt waren es zwei. Auffällig ist nach Angaben der Unfallermittler, dass die Verunglückten keine Rettungswesten trugen. Die ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Erst recht, wenn ein Hobby-Skipper allein mit seinem Boot unterwegs ist.

Einige spektakuläre Fälle

In den deutschen Gewässern ist die Zahl der Unfälle dem Bericht zufolge stabil geblieben - ungeachtet einiger spektakulärer Fälle. Gleich am Neujahrstag gingen etwa auf der "MSC Zoe" in der Deutschen Bucht im Sturm Hunderte Container über Bord. Fast zeitgleich brach mitten auf dem Atlantik an Bord des Hapag-Lloyd-Frachters "Yantian Express" ein Feuer aus, das mehrere Wochen loderte. Zeitweise musste die Besatzung von Bord. Bis jetzt nicht abgeschlossen ist die Untersuchung der Kollision des historischen Lotsenschoners "No. 5 Elbe" mit dem Containerschiff "Astrosprinter" auf der Elbe.

Viele Unfälle auf der Elbe zwischen Hamburg und Cuxhaven

Auf der Strecke zwischen Hamburg und Cuxhaven gab es im vergangenen Jahr insgesamt die meisten Unfälle - fast die Hälfte waren Zusammenstöße. Jeder vierte der bundesweit 112 Unfälle im vergangenen Jahr ereignete sich dort. Die Elbe ist auch zugleich in diesem Gebiet das meistbefahrene Revier.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.06.2020 | 12:00 Uhr

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