Stand: 18.12.2019 11:02 Uhr

Ein Fonds soll Reedern bei Klimazielen helfen

Der Containerriese CSCL Indian Ocean in der Elbe. © picture-alliance/dpa Foto: Lars Klemmer
Die Schifffahrt ist nach eigenen Angaben für rund zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Der CO2-Ausstoß in der Schifffahrt soll deutlich runtergefahren werden, aber noch ist unklar, wie das gelingen soll. Jetzt will die globale Schifffahrtsindustrie einen milliardenschweren Forschungs- und Entwicklungsfonds aufbauen, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) teilte am Mittwoch in Hamburg mit, dass die Schifffahrtsunternehmen künftig einen Beitrag von zwei US-Dollar pro Tonne Brennstoff in den Fonds einzahlen sollen. Auf diese Weise sollen in den nächsten zehn Jahren fünf Milliarden Dollar als Basisfinanzierung zusammenkommen.

Bis 2050 sollen Ausstöße halbiert werden

Die Schifffahrt ist für rund zwei Prozent der weltweiten Emissionen des klimaschädlichen CO2 verantwortlich. Sie hat sich über die UN-Schifffahrtsorganisation IMO verpflichtet, ihre globalen Emissionen bis 2050 mindestens zu halbieren - unabhängig von der Entwicklung des Welthandels.

Fonds soll Alternativen voranbringen

Die dazu nötige enorme Steigerung der Effizienz sei mit einem weiteren Einsatz fossiler Brennstoffe in der Handelsschifffahrt nicht zu schaffen, so der Reederverband. Bislang werden Frachter und Tanker meist mit Schweröl angetrieben. Mithilfe des Fonds soll nun der Einsatz neuer, möglichst kohlenstofffreier Treibstoffe, Technologien und Antriebssysteme ermöglicht werden - etwa "grüner" Wasserstoff, Ammoniak, Brennstoffzellen, Batterien und andere synthetische Brennstoffe.

UNO soll kontrollieren

Damit sich alle Reeder an dem Fonds beteiligen, soll die UNO die Kontrolle übernehmen - und eine weltweite Pflicht für die Treibstoffabgabe erlassen, fordert der VDR. Großflächig zum Einsatz kommen sollen die neuen Schiffsantriebe Anfang der 2030er-Jahre.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.12.2019 | 12:00 Uhr

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