Stand: 01.12.2019 11:12 Uhr  - NDR 90,3

Nord-Spitzen der SPD gratulieren Siegerduo

Hamburgs früherer Bürgermeister Olaf Scholz muss eine politische Niederlage einstecken: Die SPD-Mitglieder haben sich mit rund 53 Prozent der Stimmen für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als Doppelspitze entschieden. Scholz, der zusammen mit Klara Geywitz die SPD führen wollte, kam auf gut 45 Prozent und gratulierte dem Siegerduo. Aus Parteikreisen erfuhr die dpa, dass Scholz trotz der Schlappe Bundesfinanzminister bleiben möchte.

Glückwünsche aus dem Norden für Esken und Walter-Borjans

Führende Sozialdemokraten aus Norddeutschland stellten sich demonstrativ hinter die designierte Doppelspitze. Niedersachsens SPD-Landeschef Stephan Weil kündigte an, die neue Führung loyal zu unterstützen. Der Ministerpräsident hatte noch vor wenigen Tagen das Duo Saskia Esken/Norbert Walter-Borjans scharf kritisiert.

Die Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Serpil Midyatli, gratulierte auch. Das neue Spitzenduo übernehme "Verantwortung in schwierigen Zeiten", teilte Midyatli mit. Sie betonte, die eigentliche Arbeit gehe jetzt erst los. Sie hatte bereits Mitte November ihre Unterstützung für Esken und Walter-Borjans öffentlich gemacht.

Unterstützung aus Hamburg angekündigt

Die Hamburger SPD gratulierte Esken und Walter-Borjans ebenfalls zu ihrem Sieg im Rennen um den SPD-Bundesvorsitz. Der Bürgermeister Peter Tschentscher und die SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard, die beide das unterlegene Duo Geywitz/Scholz unterstützt hatten, sagten den Siegern ihre Unterstützung zu. Leonhard wünschte den beiden "viel Kraft für die nun anstehende Aufgabe".

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gratulierte der künftigen SPD-Parteispitze ebenfalls. "Ich erwarte vor allem, dass wir den Erneuerungsprozess, den wir begonnen haben, weiter voranbringen, dass gerade auch die Themen soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft weiter eine Rolle spielen", sagte sie dem NDR Nordmagazin. "Und ich erwarte vor allem, dass der Fokus auf Ostdeutschland gerichtet wird. Wir müssen uns als SPD auch um die Herausforderungen in Ostdeutschland kümmern."

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Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken (links) erhielten bei der Befragung der SPD-Mitglieder mehr Stimmen als Klara Geywitz und Olaf Scholz.
Wahlbeteiligung bei rund 54 Prozent

Etwas mehr als die Hälfte der SPD-Mitglieder hatte sich an der Befragung beteiligt. Ihre Entscheidung ist aber noch nicht endgültig. Formal gewählt wird die neue SPD-Spitze am kommenden Freitag auf dem SPD-Bundesparteitag in Berlin. Die Mehrheit für Esken und Walter-Borjans kann als Kritik an der Großen Koalition gewertet werden.

Hubertus Heil will Vize werden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kündigte an, auf dem Parteitag als stellvertretender Vorsitzender zu kandidieren. Heil sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Jetzt gilt es, die Partei zusammenzuhalten. Die SPD hat Verantwortung für unser Land. Und ich will meinen Beitrag dazu leisten." Wenn sein Braunschweiger SPD-Bezirk dies wolle, werde er sich zur Wahl stellen. Heil gilt wie Scholz als entschiedener Befürworter von Schwarz-Rot.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.12.2019 | 08:00 Uhr

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