Stand: 22.06.2019 15:29 Uhr

"No. 5 Elbe" wartet in Werft auf Reparatur

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In der Peters Werft wurde die "No. 5 Elbe" aus dem Wasser gezogen. Nun werden die Schäden genau begutachtet.

Am Lotsenschoner "No. 5 Elbe" sollen nach der Kollision auf der Elbe mit einem Frachter bald die Reparaturarbeiten beginnen. Nach einer aufwendigen Bergung ist das Schiff am Freitag mithilfe zweier Schlepper von Stadersand zur Peters Werft nach Wewelsfleth gebracht worden. Am Abend wurde die "No. 5 Elbe" aus dem Wasser gezogen. Nun wird das Schiff genau untersucht, um zu entscheiden, welche Reparaturen notwendig sind.

Dänische Experten sollen Schiff reparieren

Ein gebrochener Mast, Teile der weißen Bordwand zersplittert, Leckagen im Unterwasserschiff - einige Schäden sind offensichtlich. Wie stark das Unterwasserschiff in Mitleidenschaft gezogen wurde, war bislang jedoch unklar. Die Reparaturarbeiten sollen Experten einer dänischen Wert übernehmen. Sie hatten den Lotsenschoner wenige Wochen vor der Havarie rundum saniert und kennen jeden Winkel des Elbseglers. Nach Angaben der Stiftung Hamburg Maritim, der das Schiff gehört, deckt die Versicherung einen Teil der Kosten.

Vor der Fahrt nach Wewelsfleth war die gesunkene "No. 5 Elbe" in der Schwingemündung mithilfe von Hebegurten und Luftsäcken wieder an die Wasseroberfläche befördert worden. Dort lag das Schiff fünf Tage lang an der Hafenspundwand.

Fatales Manöver an Bord des Lotsenschoners

Der Lotsenschoner war am 8. Juni auf Höhe Stadersand auf der Elbe mit einem Containerschiff kollidiert. Er befand sich auf einer Gästefahrt und hatte 43 Passagiere an Bord. Das Schiff sank. Bei der Kollision der "No. 5 Elbe" mit dem Containerschiff "Astrosprinter" wurden acht Menschen verletzt. Nach kurzer Zeit konnten sie das Krankenhaus wieder verlassen. Videoaufnahmen zeigen den Moment kurz vor der Kollision. Auswertungen legen nahe, dass ein Fehler an Bord des historischen Schiffes zu dem Unfall führte.

Traditionssegler erst kürzlich restauriert

Der Lotsenschoner war gerade erst für rund 1,5 Millionen Euro aufwendig saniert worden und Ende Mai nach Hamburg zurückgekehrt. Er hat eine äußerst bewegte und bewegende Geschichte. Gebaut 1883 bei der Stülcken-Werft in Hamburg, diente das Schiff mehrere Jahrzehnte dazu, Lotsen in der Nordsee an Bord der einlaufenden Schiffe zu bringen - und wieder zurück. Nach der Außerdienststellung wurde die "No. 5 Elbe" in den 1920er-Jahren in die USA verkauft, diente dem Autor und Abenteurer Warwick Tompkins und seiner Familie als schwimmendes Zuhause. Seit 2002 war der Lotsenschoner wieder in Deutschland und nahm bei Tagestörns auch Gäste mit an Bord.

Saniert, gesunken und gehoben: Das Drama um die "No. 5 Elbe"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2019 | 13:00 Uhr

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