Stand: 16.06.2019 20:33 Uhr

"No. 5 Elbe": Hoffnung auf ersten Hebeversuch

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An den Gurten unter dem Schiffsrumpf der "No. 5 Elbe" sind inzwischen Schwimmkörper befestigt.

Am gesunkenen Lotsenschoner "No. 5 Elbe" gehen die Bergungsarbeiten voran. Mitarbeiter einer spanischen Spezialfirma haben das Heben des historischen Schiffes vorbereitet. Die Hoffnung ist, dass ein erster Hebeversuch bei Niedrigwasser in der Nacht zu Montag erfolgen könnte, teilte das Wasser- und Schifffahrtsstraßenamt Hamburg am Sonntag mit.

Bergungsarbeiten am Lotsenschoner "No. 5 Elbe".

Wie läuft die Bergung der "No. 5 Elbe"?

Hallo Niedersachsen -

Für die Bergung des gesunkenen Lotsenschoners "No. 5 Elbe" sind Experten aus Spanien und Portugal angereist. Mit großen Luftsäcken wollen sie dem Schiff Auftrieb geben.

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Der Lotsenschoner war am 8. Juni auf Höhe Stadersand auf der Elbe mit einem Containerschiff kollidiert. Er befand sich auf einer Gästefahrt und hatte 43 Passagiere an Bord. Das Schiff sank und liegt derzeit in der Mündung der Schwinge in die Elbe.

Schiff soll mit Luftsäcken gehoben werden

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Die Schwimmkörper geben dem gesunkenen historischen Schiff Auftrieb.

Die Gesamtkoordination haben Bergungsfachleute der Hamburger Firma Brand Marine Consultants übernommen. In deren Auftrag ist es den Tauchern gelungen, das Leck notdürftig abzudecken und Hebegurte unter dem Rumpf des historischen Holzschiffes durchzuziehen. Daran befestigte Luftsäcke werden mit Pressluft gefüllt um das 37 Meter lange Schiff in einen schwimmfähigen Zustand zu heben. Jeder der Luftsäcke könne ein Gewicht von etwa fünf Tonnen heben, sagte am Sonntag Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim, dem Eigentümer des historischen Lotsenschoners. Gleichzeitig soll der Rumpf leergepumpt werden.

Strömung macht die Arbeiten schwierig

Aufgrund der starken Strömung in der Elbe haben die Taucher nur ein schmales Zeitfenster, in dem sie arbeiten können - nur bei Hoch- beziehungsweise Niedrigwasser. Julian Matzner von der Stiftung Hamburg Maritim hatte am Sonnabend gesagt: "Wenn der Lotsenschoner wieder aufrecht schwimmt, muss er verbracht werden. Dafür muss er mit einem Schwimmkran angehoben werden." Erst dann könne der Abtransport beginnen.

Höhe des Schadens ist noch unklar

Das Schiff soll nach Hamburg gebracht und dort sorgfältig begutachtet werden. Noch ist nicht klar, wie groß der Schaden ist und welche Arbeiten durchgeführt werden müssen, denn bislang liegt das Schiff auf der beschädigten Seite. Wann der Schwimmkran die "No. 5 Elbe" nach Hamburg bringen kann, ist derzeit noch offen.

Fatales Manöver an Bord des Lotsenschoners

Bei der Kollision der "No. 5 Elbe" mit dem Containerschiff "Astrosprinter" wurden acht Menschen verletzt. Nach kurzer Zeit konnten sie das Krankenhaus wieder verlassen. Videoaufnahmen zeigen den Moment kurz vor der Kollision. Auswertungen legen nahe, dass ein Fehler an Bord des historischen Schiffes zu dem Unfall führte.

Die Stiftung Hamburg Maritim und Vertreter der Versicherung hatten mehrere Konzepte und Angebote von Bergungsfirmen geprüft. Mit der jetzt gewählten Methode werde der historische Holzrumpf am meisten geschont, sagte Stiftungsvorstand Joachim Kaiser.

Saniert, gesunken und gehoben: Das Drama um die "No. 5 Elbe"

Traditionssegler erst kürzlich restauriert

Der Lotsenschoner war gerade erst für rund 1,5 Millionen Euro aufwendig saniert worden und Ende Mai nach Hamburg zurückgekehrt. Er hat eine äußerst bewegte und bewegende Geschichte. Gebaut 1883 bei der Stülcken-Werft in Hamburg, diente das Schiff mehrere Jahrzehnte dazu, Lotsen in der Nordsee an Bord der einlaufenden Schiffe zu bringen - und wieder zurück. Nach der Außerdienststellung wurde die "No. 5 Elbe" in den 1920er-Jahren in die USA verkauft, diente dem Autor und Abenteurer Warwick Tompkins und seiner Familie als schwimmendes Zuhause. Seit 2002 war der Lotsenschoner wieder in Deutschland und nahm bei Tagestörns auch Gäste mit an Bord.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.06.2019 | 08:00 Uhr

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