Stand: 24.01.2020 17:46 Uhr

Neues Konzept gegen wachsenden Lieferverkehr

Ein Paketzusteller liefert in Hamburg Pakete aus. © Malte Christians
Rund 100 Millionen Pakete werden pro Jahr in Hamburg ausgeliefert.

Der zunehmende Lieferverkehr durch Paketzusteller soll in Hamburg mit neuen Logistik-Konzepten eingedämmt werden. Mit kleinen Verteilstationen, sogenannten Micro-Hubs, könnte nach Ansicht von Experten das Verkehrsaufkommen in der Stadt verringert werden. Nach einer am Freitag von der Wirtschaftsbehörde vorgestellten Studie wären in Hamburg etwa 150 bis 200 solcher Micro-Hubs erforderlich, um die Innenstadt und die Stadtteile mit einer dichten Wohnbebauung abzudecken.

Ziel: Weniger Lieferfahrzeuge

Gegenwärtig würden in Hamburg rechnerisch 51 Pakete je Einwohner und Jahr ausgeliefert, also eines pro Woche, sagte der Logistiker Jan Ninnemann. Im Jahr seien das rund 100 Millionen Pakete und diese Zahl werde in den kommenden Jahren noch deutlich steigen. "Ein großer Teil dieses Paketvolumens wird zukünftig auf der letzten Meile dezentral und kleinteilig ausgeliefert", sagte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos). Micro-Hubs bündelten den Anlieferverkehr, die Zahl der Lieferfahrzeuge sinke.

Ganz neu ist die Idee nicht. Der Paketdienst UPS betreibt ein sehr ähnliches Konzept seit einigen Jahren vom Alsterhaus aus. Doch die Wirtschaftsbehörde möchte das gerne aus der Nische rausholen und zum Standard in geeigneten Quartieren machen.

Unternehmen sollen Hubs gemeinsam nutzen

Die Lager könnten von einzelnen Paketdiensten exklusiv betrieben werden. Schöner aus Sicht des Senats wäre es aber, wenn sich mehrere Dienste zusammenschlössen und die Hubs gemeinsam nutzen. Ninnemann sagte, Unternehmen wie DHL, Hermes, UPS oder DPD könnten sich einen Hub teilen und von dort eines oder mehrere Liefergebiete mit Paketen versorgen. Zur Verteilung der Pakete an die Kunden könnten elektrisch unterstützte Lastenfahrräder oder andere innovative und emissionsfreie Verkehrsmittel eingesetzt werden.

Geeignete Flächen nur begrenzt verfügbar

Ein Problem sei die begrenzte Verfügbarkeit von Flächen in der Stadt zu günstigen Preisen. Die Machbarkeitsstudie konnte nur wenige Standorte identifizieren, die unmittelbar als Micro-Hub geeignet wären, aber viele mit dem Potenzial dazu mit entsprechenden Anpassungen und Umbauten. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamburg Invest soll die Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Standorten für Micro-Hubs unterstützen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.01.2020 | 17:00 Uhr

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