Der Angeklagte beim Prozess am 03.02.2021. © NDR Foto: Elke Spanner

Nachbarn nach Streit angefahren: 54-Jähriger vor Gericht

Stand: 03.02.2021 15:39 Uhr

Seit Jahren waren zwei Nachbarn einer Sülldorfer Reihenhaussiedlung miteinander im Streit. Im August eskalierte die Situation: Einer fuhr den anderen mit seinem Auto um. Der 55-Jährige muss sich seit Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten.

Als sein Nachbar verletzt auf dem Boden lag, holte der Angeklagte erst mal seine Thermoskanne mit Kaffee raus, trank einen Schluck und rief seine Mutter an. Der Physiker war 2015 in die Siedlung gezogen. Seine Eltern hatten ihm das Haus gekauft, er war arbeitslos. Von vornherein hatte er mit einem Nachbarn Streit.

Mit dem Auto gegen Metallzaun gedrückt

Dieser habe ihn provoziert, behauptete der Angeklagte beim Prozessauftakt. An jenem Morgen trafen sie sich auf dem Parkplatz - und es kam erneut zum Streit. Der 55-Jährige schlug den Nachbarn, dieser holte sein Handy raus und filmte alles. Da habe er sich zur Schau gestellt gefühlt, erklärte der Angeklagte. Daraufhin sei er ins Auto gestiegen. Er drückte den Nachbarn mit dem Wagen gegen einen Metallzaun, bis dessen Bein schwer verletzt war.

Seit August sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Das Haus in Sülldorf wolle er nun verkaufen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.02.2021 | 16:00 Uhr

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