Ein Mitarbeiter eines metallverarbeitenden Betriebes schweißt eine Naht an einem Werkstück. © picture alliance/dpa Foto: Carsten Rehder

Metall- und Elektroindustrie im Norden übernimmt Abschluss

Stand: 16.04.2021 15:08 Uhr

Der monatelange Tarifstreit ist zu Ende: Der Arbeitgeberverband Nordmetall und die IG Metall Küste haben sich am Freitag in Hamburg auf die Übernahme des Pilotabschlusses der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie geeinigt.

Für die Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie bedeutet das: Statt einer Lohnerhöhung im nächsten und übernächsten Jahr gibt es Einmalzahlungen. In diesem Jahr bekommen sie eine Corona-Beihilfe in Höhe von 500 Euro, für Auszubildende sind es 300 Euro.

Höhe der Einmalzahlungen steigt

Die Einmalzahlung für 2022 soll 18,4 Prozent des monatlichen Bruttogehalts betragen. Im Februar 2023 steigt dieses sogenannte Transformationsentgeld auf 27,6 Prozent. Das Geld kann aber auch verwendet werden, um das Gehalt bei möglichen Arbeitszeitverkürzungen aufzustocken.

Nordmetall betonte: Der neue Vertrag lasse den Unternehmen Spielraum für Kostensenkungen. Er berücksichtige außerdem, dass die Branche unterschiedlich stark durch die Pandemie betroffen sei. Für die IG Metall ist wichtig, dass man Jobs gesichert habe. Gleichzeitig seien die Weichen gestellt, um in Zukunft direkt in den Betrieben individuelle Tarifverträge abzuschließen.

Gremien müssen noch zustimmen

Der Tarifvertrag läuft vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien bis Ende September 2022 und betrifft rund 140.000 Beschäftigte in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.04.2021 | 16:00 Uhr

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