Der wegen versuchten Totschlags Angeklagte (r.) sitzt neben seinem Anwalt im Hamburger Landgericht. Er soll nach einem eskalierten Streit um das Tragen einer Maske auf einen Kraftfahrer eingestochen haben. © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey

Messerstiche in Horn: Fast fünf Jahre Haft für 27-Jährigen

Stand: 25.11.2021 17:55 Uhr

Er hatte nach einem Streit um eine Corona-Schutzmaske im Hamburger Stadtteil Horn auf einen 52-Jährigen eingestochen: Am Donnerstag hat das Hamburger Landgericht einen 27-Jährigen zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte in der Nacht im Mai den 52-Jährigen im betrunkenen Zustand um eine Zigarette gebeten, als dieser in einem Gemüse-Transporter in der Nähe der U-Bahnstation Legienstraße saß. Dabei war er so nah herangekommen, dass der Fahrer ihn bat, Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen.

27-Jähriger zog ein Klappmesser

Der Angeklagte schlug daraufhin die Tür des Transporters zweimal gegen den Fuß des Fahrers, der sich daraufhin wehrte. Nach einer Prügelei stach der Angeklagte mit einem Klappmesser mehrfach in den Rücken seines Kontrahenten - vor den Augen der Familie des Opfers. Die zu Hilfe geeilte Tochter stand für einen Moment sogar zwischen den beiden Männern.

"Ein völlig sinnloses Verbrechen"

"Ein völlig sinnloses Verbrechen", sagte der Richter am Donnerstag. Das Opfer habe großes Glück gehabt, denn die Stiche hätten lebensgefährlich sein können. Ob die Bitte, die Maske aufzusetzen, wirklich Auslöser der Wut des Angeklagten gewesen sei, bleibe nur eine sehr vage Vermutung, so der Richter. "Maskenverweigerer sind Sie in keinem Fall gewesen." Das habe die Verhandlung ergeben.

Bei der Urteilsverkündung trug der Angeklagte einen Mund-Nasen-Schutz. Es war deshalb nicht an seinem Gesicht ablesbar, was in ihm vorging, als er den Worten des Richters lauschte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.11.2021 | 17:00 Uhr

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