Stand: 03.09.2020 16:46 Uhr

Messerattacke in Heimfeld: Elfeinhalb Jahre Haft

Knapp ein Jahr nach einem Messerangriff auf seine frühere Lebensgefährtin und ihren Nachbarn im Hamburger Stadtteil Heimfeld ist ein 44-Jähriger zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht befand ihn am Donnerstag des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen schuldig.

Auf Ex-Freundin und deren Nachbarn eingestochen

Der Mann war in der Nacht zum 13. Oktober 2019 Jahres in die Wohnung der Frau eingedrungen und hatte 13 Mal mit einem Messer auf sie eingestochen. Die damals 32-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. Als ein Nachbar hinzukam, hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft auch den damals 61-Jährigen angegriffen und ihn mit mindestens 14 Stichen verletzt. Anschließend habe er der Frau noch einen tiefen Halsschnitt versetzt und sei aus der Wohnung geflüchtet. Notoperationen retteten beiden Opfern das Leben.

Zur Tatzeit schliefen in der Wohnung auch zwei Kinder, der gemeinsame dreijährige Sohn sowie dessen acht Jahre alter Cousin. Die Taten des Angeklagten seien Ausdruck von manipulativ geprägtem Dominanzverhalten und Selbstüberschätzung - so charakterisierte der Vorsitzende Richter Tat und Täter in der Urteilsbegründung. Auslöser war ein von der Ex-Freundin verweigertes Treffen mit seinem Sohn.

Zuvor bereits Angriffe

Der Angeklagte soll seine ehemalige Partnerin in den Wochen vor der Bluttat bereits zweimal geschlagen und gewürgt haben. Da dem Mann untersagt war, sich der Frau zu nähern, wurde er auch wegen mehrfachen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz verurteilt. Außerdem wurde ein Verstoß gegen das Waffengesetz bei dem Urteil berücksichtigt, da in der Wohnung des 44-Jährigen Munition gefunden worden war.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre und zehn Monate Haft beantragt, die Verteidigung eine Strafe von nicht mehr als neun Jahren.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.09.2020 | 18:00 Uhr

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