Stand: 29.03.2019 21:49 Uhr

Letzter HHLA-Atomtransport durch Hamburg

Im Hamburger Hafen hat am frühen Morgen der Atomfrachter "Link Star" festgemacht. Nach Informationen von NDR 90,3 soll damit der letzte Transport von Brennelementen über ein Terminal des Hafenkonzerns HHLA abgewickelt werden.

Brennelemente aus Niedersachsen?

Mit 100 Metern Länge ist das grüne Schiff, das derzeit bei Unikai auf dem Kleinen Grasbrook liegt, eher unscheinbar. Bei Atomkraftgegnern ist es aber bekannt, dass damit regelmäßig Brennelemente von Deutschland nach Finnland gebracht werden. Aktivisten berichten, dass am Donnerstag in der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen vier Lastwagen mit Sicherheitsbehältern beladen wurden. Ziel: angeblich Hamburg.

Verschiebung des Transportes

Nach Informationen von NDR 90,3 war der Transport ursprünglich im Dezember geplant, musste aber aufgrund von Verzögerungen in der Brennelementefabrik verschoben werden. Ziel ist zunächst der finnische Hafen von Rauma, in der Nähe befindet sich das modernste Atomkraftwerk Finnlands.

HHLA wollte auf Atromtransporte verzichten

Die HHLA als größter Hafenbetreiber hat sich vor rund einem Jahr dazu verpflichtet, auf Atromtransporte zu verzichten. Ein Unternehmenssprecher erklärt: "Sobald alle Verträge erfüllt sind, wird es über die HHLA-Terminals keine weiteren radioaktiven Transporte mehr geben." Wann der letzte Atomfrachter bei Unikai wieder ablegt, ist bislang nicht bekannt.

Freiwilliger Verzicht von HHLA und Hapag Lloyd

Im April 2018 hatten die HHLA und Hapag Lloyd dem Senat zugesagt, freiwillig auf den Umschlag von Kernbrennstoffen zu verzichten. Auf drei von vier großen Containerterminals sollten in Zukunft kein angereichertes Uran und kein Plutonium mehr geladen oder gelöscht werden. Die Reederei Hapag-Lloyd, an der Hamburg beteiligt ist, kündigte damals zwar an, nicht gänzlich auf den Transport von Uran und Plutonium auf ihren Schiffen zu verzichten. Diese Waren sollten aber in Zukunft nicht mehr in Hamburg von Bord kommen - oder an Bord gebracht werden.

Insgesamt liefen im Jahr 2018 etwa 180 Atomtransporte über Hamburg. Diese Zahl schließt aber auch die Schiene und die Straße ein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.03.2019 | 12:00 Uhr

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