Stand: 24.08.2019 17:07 Uhr

Kostenfreies Schülerticket? Kritik an SPD-Vorstoß

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Mit Gratis-Tickets würde nicht der Umstieg vom Auto in den Bus, sondern vom Rad in den Bus gefördert, befürchtet Grünen-Fraktionschef Tjarks.

Ab 2025 sollen Hamburgs Schüler Busse und Bahnen kostenlos nutzen dürfen: So sieht es der Plan von Bürgermeister Peter Tschentscher vor, den er am Freitagabend beim SPD-Parteitag in Wilhelmsburg vorgestellt hat. Bei der CDU, aber auch beim Grünen Koalitionspartner sorgt der Vorstoß für Kritik.

Grüne wollen Einkommen ins Spiel bringen

Der Vorschlag sei nicht zielführend, sagte Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks. Bei Tarifüberlegungen müsse das Familieneinkommen maßgebend sein. "Dabei sollte man berücksichtigen, dass Menschen mit mittlerem bis geringem Einkommen viel stärker auf Busse und Bahnen angewiesen sind und sie auch tatsächlich häufiger nutzen", sagte er.

Peter Tschentscher spricht an einem Podium.

Hamburger SPD geht in den Wahlkampf-Modus

Hamburg Journal -

Ein halbes Jahr vor den Bürgerschaftswahlen in Hamburg kündigt die SPD kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für Schulkinder und freien Eintritt in Museen an einem Tag im Monat an.

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Tjarks kündigt eigenen Vorstoß an

Zudem würden mit den Schülern gerade die auf umsonst gestellt, die mit 30 Prozent den mit Abstand höchsten Radverkehrsanteil von allen Personengruppen haben. Schüler würden meist kurze Wege fahren, die mit dem Fahrrad schneller und bequemer zurückzulegen sind. "Mit der Kostenfreiheit für sie wird also in der Tendenz nicht der Umstieg vom Auto in den Bus, sondern vom Rad in den Bus gefördert." Tjarks kündigte für den Herbst einen eigenen Vorschlag zur Weiterentwicklung des HVV-Preissystems an.

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CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering spricht von einem "durchschaubaren Wahlkampfmanöver" der SPD.
CDU für frühere Entlastung

Der CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering nannte Tschentschers Vorstoßein ein "durchschaubares Wahlkampfmanöver". Die Entlastung dürfe es nicht erst in fünf Jahren geben. Zudem müssten andere Gruppen wie Praktikanten, Familien oder Senioren im öffentlichen Nahverkehr finanziell entlastet werden.

Schritt würde 50 Millionen Euro kosten

Tschentscher hatte beim SPD-Landesparteitag gesagt, dass Schüler die einzige Gruppe seien, die über kein Einkommen verfüge. Der kostenfreie Nahverkehr für sie entspreche dem Willen der SPD, "wirklich eine familienfreundliche Stadt zu sein". Die SPD ging bei der Einführung des kostenlosen Schülertickets in der Endstufe, also am Ende der kommenden Legislatur 2025, von jährlichen Kosten von etwa 50 Millionen Euro im Jahr aus.

Außerdem beschlossen die Sozialdemokraten auf ihrem Landesparteitag ihren Plan, den Hamburgern einmal im Monat sonntags kostenlos einen Museumsbesuch zu ermöglichen. Die staatlichen Museen sollen dafür Geld vom Senat bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.08.2019 | 19:30 Uhr

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