Stand: 18.09.2020 14:32 Uhr

Kinderpornografie: Bewährungsstrafe für Hamburger Rentner

Das Hamburger Amtsgericht hat am Freitag einen Rentner zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Der 74-Jährige hatte Tausende kinderpornografische Bilder auf seinem Rechner.

Fast 10.000 Bilder gespeichert

Der Rentner kam auf einen Gehwagen gestützt zum Verhandlungssaal. Der Angeklagte sei ein einsamer alter Mann, meinte seine Anwältin. Er würde ein isoliertes Leben ohne Freunde und Beziehung führen. Damit begründete sie, dass er zuhause auf dem Computer pornografische Bilder sammelte, allerdings von Kindern. Fast 10.000 Fotos hatte er gespeichert. Die hatte die Polizei vor zwei Jahren bei einer Durchsuchung der früheren Wohnung des Mannes im Stadtteil St. Pauli gefunden.

74-Jähriger muss Therapie machen

Ein Angeklagter im Hamburger Gericht. © NDR Foto: Elke Spanner
Der Angeklagte kam mit einem Gehwagen in den Gerichtssaal.

Der Mann ist einschlägig vorbestraft. Ein Argument, warum die Staatsanwätin ihn für eineinhalb Jahre ins Gefägngis schicken wollte. Die Amtsrichterin aber verhängte eine Bewährungsstrafe. Bei Kinderpornografie sei nichts harmlos, sagt sie. Immerhin aber habe der Rentner keine Vergewaltigungsfotos angeschaut. Die Bilder hatten Mädchen und Jungen in sexualisierten Posen gezeigt. Der Angeklagte muss nun eine Therapie machen. Die Gefahr, dass er weiterhin Kinderpornos anschaut ist aber auch schon dadurch reduziert, dass er inzwischen in eine betreute Wohnunterkunft umgezogen ist und keinen Computer mehr hat.

 

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.09.2020 | 14:00 Uhr

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