Stand: 04.01.2018 14:34 Uhr

Jüdische Gemeinde: Neuer Termin für Presseball

Die Jüdische Gemeinde fordert, dass der traditionelle Hamburger Presseball verschoben wird. Der Grund: Der angedachte Termin, der 27. Januar, ist der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Man könne und dürfe an diesem Tag nicht das Tanzbein schwingen, schreibt Daniel Killy, Sprecher der Jüdischen Gemeinde Hamburgs, an die Veranstalter. Ein Presseball am 27. Januar wäre ein Schlag ins Gesicht der Hamburger Politiker, die in die Gedenkveranstaltungen involviert sind.

Carola Veit: "Datum ist ein Fehler"

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Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) nannte es gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" einen Fehler, den Presseball auf den Gedenktag zu legen. Nun liege es bei den Veranstaltern, wie damit umzugehen sei.

Veranstalter: Termin steht seit Monaten fest

Der Veranstalter selbst, Karsten Lüchow von der Stiftung der Hamburger Presse, verweist auf die Tradition. Der Presseball finde immer am letzten Sonnabend im Januar statt. Eine Verschiebung sei unmöglich. Der Termin stehe seit vielen Monaten fest. Die Einladungen seien schon im Oktober verschickt worden. Man werde aber dem Datum anständig Rechnung tragen, sagte er NDR 90,3. Der Gedenktag werde in den Eröffnungsreden erwähnt und man wolle an diesem Abend Spenden für den Verein Bertini-Preis sammeln.

Der Sprecher der Jüdischen Gemeinde lehnt das ab und spricht mit Blick auf die Spende von einem "Ablasshandel".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.01.2018 | 17:00 Uhr

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