Stand: 07.07.2020 20:14 Uhr  - NDR 90,3

Handelskammer fordert Stärkung des Einzelhandels

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Die Maskenpflicht sorgt offenbar für Zurückhaltung vieler Kunden beim Einkaufen.

Die Hamburger Handelskammer fordert vom Senat zusätzliche Unterstützung für Händlerinnen und Händler. Sowohl das Quartiersmanagement als auch die Einkaufsstraßen der Stadt bräuchten mehr Geld, heißt es. Nach Ansicht der Handelskammer müsse der Senat insgesamt 100 Millionen Euro in sieben Quartiere Hamburgs investieren, die Hälfte davon in der Innenstadt. Dabei geht es vor allem um die sogenannte Aufenthaltsqualität, also zum Beispiel Umbauten, die Kundinnen und Kunden in die Einkaufszonen der Bezirke und dann auch in die Geschäfte locken.

Quartiersmanagement: Stadt soll sich beteiligen

Um die Entwicklung der Stadtteilzentren professionell vorantreiben zu können, seien zudem gute Quartiersmanager nötig, sagte Handelskammer-Präses Norbert Aust am Dienstag. Für sie fallen jährlich Kosten von etwa 200.000 Euro an, wie Aust weiter sagte. Bislang übernehmen die Unternehmen vor Ort diese Ausgaben. Die Handelskammer fordert nun, auch mit Blick auf die Corona-Krise, dass sich die Stadt dauerhaft zu einem Drittel daran beteiligt. Das sind je 60.000 Euro pro Quartier und Jahr.

Verkaufsoffener Sonntag am 6. Dezember gefordert

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Handels setzt sich die Kammer darüber hinaus für einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag am 6. Dezember ein, nachdem der für den April geplante Shopping-Sonntag wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war. Laut Brigitte Engler vom City-Management braucht der Einzelhandel dringend eine erfolgreiche Weihnachtszeit. Ein zusätzlicher verkaufsoffener Sonntag würde auch Urlauber aus anderen Bundesländern locken. Die Umsätze in der Innenstadt sind demnach immer noch rund 40 Prozent niedriger als vor Beginn der Corona-Krise.

Besser aufgestellt im Wettbewerb mit Online-Handel

Zudem plädiert die Hamburger Handelskammer für einen sogenannten Digitalbonus von der Stadt, um die Einkaufszonen zu stärken. Vorbild ist Bayern, wo Firmen bis zu 50.000 Euro bekommen, wenn sie ihre Waren gemeinsam im Internet anbieten und den Kunden ermöglichen, bequem online, aber trotzdem regional einzukaufen.

Ein Standpunktepapier mit allen Forderungen der Handelskammer hat Aust nach eigenen Angaben bereits am Montagabend dem Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) übergeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.07.2020 | 15:00 Uhr

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