Stand: 07.09.2018 06:15 Uhr

Hamburgs Wirtschaftssenator Horch tritt zurück

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) tritt überraschend zurück. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus bestätigte er am Donnerstagvormittag, dass er aus privaten Gründen spätestens zum Jahresende sein Amt abgeben werde. Bis dahin soll ein Nachfolger feststehen. "Man sagt ja, aufhören soll man dann, wenn es am schönsten ist", sagte Horch mit zitternder Stimme. "Jetzt ist der Zeitpunkt da zu erkennen, dass mein Privatleben nicht mehr mit dem Amt vertretbar ist."

Ehefrau ist schwer erkrankt

Die Entscheidung sei ihm schwer gefallen, aber unumkehrlich, sagte Horch. Hintergrund ist der schlechte Gesundheitszustand seiner Frau. Wegen der 80-Jährigen war er nach eigenen Angaben schon vor Jahren aus dem Umland in die Hamburger Hafencity gezogen.

"Zeichen menschlicher Größe"

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte: "Ich habe die Entscheidung von Frank Horch mit großem Bedauern, aber auch mit Verständnis aufgenommen." Mehr als sieben Jahre sei Horch mit großem persönlichen Einsatz und Erfolg Senator gewesen. Seine gute Vernetzung in der Wirtschaft, seine Integrität und Durchsetzungsstärke hätten Horch dabei ausgezeichnet. Tschentscher dankte ihm "sehr herzlich für seine Arbeit zum Wohle der Stadt Hamburg." CDU-Fraktionschef André Trepoll bezeichnete es als "Zeichen menschlicher Größe", dass Horch die Gesundheit seiner Frau über das Regierungsamt stelle.

Seit 2011 Senator

Horch ist als Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation seit 2011 im Amt. Zuvor war der Schiffbauingenieur Manager bei verschiedenen Unternehmen in Norddeutschland und Präses der Hamburger Handelskammer. In seiner Zeit als Senator trieb Horch unter anderem die Elbvertiefung voran. Aber auch neuen Technologien und der Digitalisierung ist der 70-Jährige sehr zugewandt: So holte er für 2021 den internationalen Weltkongress für Mobilität und Logistik nach Hamburg. Kritik musste der passionierte Segler zuletzt für seine Hafenpolitik einstecken: CDU, Linke und FDP forderten einen neuen Hafenentwicklungsplan, weil Hamburg gegenüber Rotterdam und Antwerpen an Umsatz verloren habe.

Wird Grube Nachfolger?

Als möglicher Nachfolger ist unter anderem Rüdiger Grube im Gespräch. Der Ex-Bahnchef und Daimler-Manager ist gebürtiger Hamburger und derzeit Aufsichtsratschef beim Hafenunternehmen HHLA. Wie Frank Horch ist Grube parteilos, gilt aber als SPD-nah. Und da in Hamburg in anderthalb Jahren Bürgerschaftswahlen sind, wäre er mit seinen 67 Lebensjahren auch ein idealer Übergangskandidat, mit besten Kontakten in die Wirtschaft.

Bild vergrößern
Der Chef der Senatskanzlei, Christoph Krupp, räumt seinen Posten.
Weitere Personalwechsel im Senat

Neben dem Ausscheiden von Horch gibt es nach Informationen des Hamburg Journals im NDR Fernsehen weitere personelle Veränderungen im Senat: Demnach wird der Leiter der Senatskanzlei, Christoph Krupp, seinen Posten zum 1. Oktober räumen. Er wechselt zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Ihm folgt der Staatsrat der Sozialbehörde, Jan Pörksen. Nachfolgerin in der Sozialbehörde wird Petra Lotzkat, bislang Amtsleiterin in der Behörde.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.09.2018 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

04:06
Hamburg Journal
02:29
Hamburg Journal
03:29
Hamburg Journal