Hamburger Reaktionen zum Ergebnis der Bundestagswahl

Stand: 26.09.2021 20:20 Uhr

Enger Ausgang bei der Bundestagswahl: Reaktionen von Hamburger Politikerinnen und Politikern am Wahlabend.

Bürgerschaftspräsident Carola Veit (SPD) zeigte sich unabhängig vom Ergebnis sehr zufrieden mit der Wahlbeteiligung, die höher war als bei der Bundestagswahl 2017. "Ich freue mich, dass die Wahlbeteiligung gestiegen ist - so wie es aussieht." Es zeige sich, dass es wichtig ist, sich einzubringen und mitzumachen.

Tschentscher: SPD hat "großen Schritt nach vorn" gemacht

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hielt sich am Sonntagabend bei der Wahlparty in Berlin auf. Er sagte dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen, die Stimmung bei den Sozialdemokraten sei blendend. Klar sei, die SPD habe "große Schritte nach vorn gemacht". Die Menschen wollten einen Politikwechsel. Er hoffe auf eine SPD-geführte Bundesregierung, die "die Dinge voranbringt". SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz habe schon als Hamburgs Bürgermeister gezeigt, dass er vernünftig, zuverlässig, ruhig, aber ambitioniert regieren könne. Angesprochen auf seine bundespolitischen Ambitionen sagte Tschentscher, er sei gerade erst als Hamburgs Bürgermeister wiedergewählt worden und es gebe noch viel zu tun in der Hansestadt.

SPD: Leonhardt sieht "sehr gutes Ergebnis"

Hamburgs SPD-Chefin Melanie Leonhard sieht im Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl ein "sehr gutes Ergebnis". Darin seien alle Möglichkeiten enthalten, "was Koalitionsbildungen, was Möglichkeiten betrifft, soziale Politik zu machen", sagte sie bei der Wahlparty der Hamburger Sozialdemokraten im Mojo-Club auf der Reeperbahn. SPD-Spitzenkandidatin Aydan Özoğuz sprach im Hamburg Journal des NDR Fernsehens von einem "Befreiungsschlag" der Sozialdemokraten, man habe die Menschen mobilisieren können, nachdem man vor noch nicht allzu langer Zeit in Umfragen abgeschlagen gewesen sei.

Ploß: Ergebnis kann CDU nicht zufriedenstellen

Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat, Christoph Ploß, äußerte sich nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen zum Ausgang der Bundestagswahl zurückhaltend. Er sagte im NDR Hamburg Journal: "Das Ergebnis kann uns nicht zufriedenstellen." Er hoffe, "dass wir am Ende unser Minimalziel erreichen, nämlich vor der SPD zu liegen".

Beck: Grüne mit starker Verhandlungsposition

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Die Spitzenkandidatin der Hamburger Grünen, Katharina Beck, sieht das Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl als gute Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung. "Wir haben alles, alles gegeben und wir haben jetzt unser historisch bestes Ergebnis", sagte Beck am Sonntagabend bei der Wahlparty der Grünen im Schanzenpark. "Wir sind angetreten, dieses Land zu führen. Und wir werden es sehr wahrscheinlich mit führen - und zwar deutlich gestärkt." Beck sprach von einer "sehr starken Verhandlungsposition", um für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen.

Kruse: FDP mit mehreren Koalitionsoptionen

Der FDP-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat, Michael Kruse, sagte: "Wir als Freie Demokraten freuen uns. Wir haben lange dafür gearbeitet, zweistellig zu werden." Es sehe danach aus, dass die Hamburger FDP zwei Abgeordnete in den Bundestag schicken könne. "Außerdem freuen wir uns darüber, dass wir mehrere Koalitionsoptionen haben, weil es unser Ziel ist, in diesem Land Verantwortung zu übernehmen."

AfD: Baumann beklagt Probleme beim Wahlkampf in Hamburg

Der Spitzenkandidat der Hamburger AfD für die Bundestagswahl, Bernd Baumann, sieht im Abschneiden seiner Partei ein "solides Ergebnis". Trotz heftigen Gegenwindes lägen die Zahlen "in der Nähe der Daten, die wir beim letzten Mal hatten", sagte er. Gerade in Hamburg sei Wahlkampf für seine Partei nicht möglich gewesen. So habe man keine Großveranstaltungen abhalten können. "Alle Wirte wurden bedroht und mussten absagen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Dafür habe die AfD ein "recht gutes Ergebnis".

Linke: Nastic enttäuscht

Enttäuscht zeigte sich die Spitzenkandidatin der Linken, Zaklin Nastic: "Das ist ein bitteres Ergebnis", sagte sie zu den rund fünf Prozent, die ihrer Partei in Hochrechnungen zugeschrieben wurden. "Wir haben uns auch in Hamburg mehr erhofft, nachdem wir intensiv Wahlkampf gemacht haben." Es sei das "historisch schlechteste Ergebnis der Linken seit ihrer Gründung".

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 26.09.2021 | 19:30 Uhr

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