Stand: 04.07.2019 13:18 Uhr  - NDR 90,3

Hamburg zählt Verkehr mit neuen Kameras

So sehen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Wärmebildkameras aus. Personen und Kennzeichen sollen nicht zu erkennen sein.

Mit einer Echtzeit-Erfassung will die Hamburger Vekehrsbehörde den innerstädtischen Verkehr künftig besser lenken können und sieht sich damit als Vorreiter in Europa. Am Donnerstag ist ein neues System in Betrieb gegangen, das Autos, Lkw und Zweiräder anhand von Wärmebildkameras zählen soll. Damit könne die Stadt schneller auf Staus reagieren und präziser planen, sagte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos).

An 115 Kreuzungen schon installiert

Hamburg sei europaweit die erste Stadt, die diese Technik flächendeckend installiere. Das Zählen per Hand und nur einmal im Jahr werde allmählich überflüssig, so der Senator. Derzeit seien 115 Kreuzungen mit zwei bis acht solcher Kameras ausgestattet, sagte Volker Rech von der Hamburger Verkehrsanlagen GmbH. Bis Ende nächsten Jahres sollen an Ampeln und Laternen 2.000 Kameras installiert sein, wodurch an rund 420 Kreuzungen der Verkehr erfasst werden könne.

Auch Radverkehr wird automatisch gezählt

Mit den Wärmebildkameras sollen die Verkehrsdaten anonymisiert erhoben werden. Auf den Bildern sind weder Personen noch Kennzeichen zu erkennen, sondern nur die Fahrzeuge. An rund 40 Stellen wie Velorouten und Knotenpunkten wird auch der Radverkehr aufgezeichnet.

Daten werden öffentlich nutzbar sein

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Bis Ende 2020 sollen 2.000 solcher Kameras an Ampeln und Laternen installiert sein.

Die Zahlen sollen auf eine offene städtische Daten-Plattform eingespeist und von Herbst an kostenlos zur Verfügung stehen. Die Daten können dann von Verkehrsplanern, Baustellenkoordinatoren und der Verkehrsleitzentrale der Polizei, aber auch von Navigationsherstellern und App-Entwicklern genutzt werden. Auch für die Bürger werden sie auf der Plattform einsehbar sein.

Die Anwendungen gehören zu derzeit rund 60 laufenden Projekten der Stadt für Intelligente Verkehrssysteme (ITS), die beim internationalen ITS-Kongress im Oktober 2021 in Hamburg präsentiert werden sollen. Die Gesamtkosten beider Projekte werden mit knapp 23 Millionen Euro angegeben, wovon 12,4 Millionen vom Bund kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.07.2019 | 13:00 Uhr

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