Hamburg will ausgebaggerte Erde recyceln statt ersetzen

Stand: 04.11.2020 11:36 Uhr

Sinnvoll und praktisch Abfall vermeiden: Das will die Umweltbehörde jetzt zusammen mit Stromnetz Hamburg verstärkt bei Leitungsbauarbeiten. Was an Erde vor Ort rausbuddelt wird, soll auch vor Ort weiter verwendet werden und nicht - wie bisher - zur Bodendeponie kommen.

Bislang war die Erde aus den Leitungsgräben automatisch Abfall. Allein bei Stromnetz Hamburg fielen so jährlich bis zu 40.000 Tonnen an, die unter anderem zu den Deponien nach Seevetal oder Wiershop in Schleswig-Holstein gefahren wurden. Mehr als 1.000 Lkw-Fahrten verursachten einen entsprechend hohen CO2-Ausstoß.

Bis zu 95 Prozent können jetzt wiederverwendet werden

Jetzt ist diese Erde als "Produkt" eingestuft, das heißt, sie wird in der Regel direkt an der Baustelle gesiebt und gereinigt und kann zu 95 Prozent wiederverwendet werden. Dieses Vorgehen soll Transportwege und Deponiekapazitäten sparen, sowie die Kosten für Entsorgung und Beschaffung von Füllsand.

Fachanweisung wurde geändert

Die Idee sei einfach und die Umsetzung auch, sagt Jan Dube, Sprecher der Hamburger Umweltbehörde. Man frage sich, warum man nicht schon früher drauf gekommen ist. Entscheidende Voraussetzung sei die Änderung einer entsprechenden "Fachanweisung für Aufgrabungen in öffentlichen Wegen" gewesen.

An der Baustelle Umspannwerk Veddel habe das gut geklappt, so Dube. Diese Form von Bodenrecycling soll zukünftig auch bei Baustellen von Wärme Hamburg oder Hamburg Wasser umgesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.11.2020 | 12:00 Uhr

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