Eine Frau fährt mit einem Fahrrad an dem Hauptgebäude der Universität Hamburg vorbei. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Hamburg: Einigung bei Geld für Hochschulen

Stand: 04.02.2021 17:55 Uhr

Die Stadt hat sich mit den Hamburger Universitäten und Hochschulen auf eine langfristige Finanzierung geeinigt. In den kommenden sieben Jahren erhalten sie rund 750 Millionen Euro zusätzlich.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) nannte die Vereinbarung am Donnerstag einen "Meilenstein für die Wissenschaft" in der Stadt. Sie biete den Hochschulen Planungssicherheit bis ins Jahr 2027. Deutlich mehr als drei Prozent mehr Geld bekommen die sechs staatlichen Hamburger Hochschulen, ebenso das UKE und die Staats- und Universitätsbibliothek. Darauf haben sich die Hochschulen in den sogenannten Hamburger Zukunftsverträgen mit der Wissenschaftsbehörde geeinigt.

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank am 20.01.2021 im Hamburger Rathaus. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne, Archivbild) betrachtet die Vereinbarung als Meilenstein.
Förderung von Digitalisierung

Die Verträge sehen vor, Tarif- und Inflationssteigerungen bis zu einer Höhe von zwei Prozent auszugleichen, ebenso Mittel für Digitalisierung und Bauprojekte. Darüber hinaus haben die Hochschulen individuelle Entwicklungsziele und Perspektiven mit der Behörde vereinbart. Micha Teuscher, Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften sagte, es sei in schwierigen Zeiten gemeinsam gelungen, Stabilität und Perspektive für die Wissenschaft in Hamburg herzustellen. Auch wenn nicht alle Wünsche und Hoffnungen berücksichtigt worden seien. Ähnlich äußerte sich auch Uni-Präsident Dieter Lenzen im Gespräch mit NDR 90,3: Es sei kein Tag, um in Depressionen zu verfallen, allerdings "auch nicht in manische Zustände".

CDU sieht vertane Chance

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, zeigt einen Würfel mit dem Logo der Universität. © picture alliance/Christian Charisius/dpa
Die Vereinbarung sei kein Grund für "manische Zustände", meint der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen (Archivbild).

Die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierte die Hochschulvereinbarungen als vertane Chance: Hochschulen und Wissenschaft bekämen durch sie bestenfalls eine Stabilisierung, aber keinerlei Impule, sagte Anke Frieling, hochschulpolitische Fachsprecherin der CDU-Fraktion. Scharfe Kritik an der Vereinbarung kam von der Studierendenvertretung AStA. Die Finanzpolitik des Senats bei den Hochschulen stehe dem Bild von offenen und inklusiven Universitäten entgegen. Der Asta befürchtet, dass aufgrund des Spardrucks Hunderte ihre Anstellung verlieren könnten und wegweisende Forschung ausgebremst werde.

Monatelange Verhandlungen

Die Verhandlungen über die Grundfinanzierung der Hochschulen hatten sich über Monate hingezogen und die Hochschulpräsidenten hatten offenbar mehr Geld von der Stadt erwartet, auch weil sie aufgrund früherer Vereinbarungen finanzielle Defizite verzeichnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.02.2021 | 13:00 Uhr

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