Stand: 17.04.2019 07:33 Uhr

Gold-Porsche & Co.: 4.700 "Autoposer"-Kontrollen

Bild vergrößern
Wegen der Blendwirkung nicht erlaubt: Ein Hamburger Porsche Panamera war mit Goldfolie überzogen.

Trotz der vielen Kontrollen der Polizei ist Hamburg bei Fahrern besonders lauter und PS-starker Autos beliebt: Seit ihrer Gründung im September 2017 hat die Kontrollgruppe Autoposer fast 4.700 Fahrzeuge kontrolliert. Bei mehr als 1.300 Wagen sei die Betriebserlaubnis erloschen gewesen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Mehr als 550 Autos wurden wegen unerlaubter technischer Veränderungen sichergestellt, gut 400 Lärmverstöße registriert. Die Beamten nahmen fast 250 Strafanzeigen auf.

Unerlaubte Goldfolie

Die neuen Zahlen zeigen, dass das Problem nicht kleiner geworden ist. Erst in diesem Monat stoppten die Beamten zwei Fahrer, die ihre Luxusfahrzeuge - einen Lamborghini und einen Porsche Panamera - mit Goldfolie überklebt hatten. Sie mussten die Folie entfernen, da sie laut Polizei durch ihre Blendwirkung andere Verkehrsteilnehmer gefährdeten.

Auch der Fahrzeug-Entzug droht

Inzwischen droht Rasern auch der dauerhafte Entzug ihres Fahrzeugs. Anfang April wurde eine Entscheidung des Amtsgerichts Hamburg rechtskräftig, wonach ein 22-Jähriger sein Motorrad los ist. Der junge Mann war mit bis zu 226 Stundenkilometer über die A7 und die A23 von Hamburg-Schnelsen nach Pinneberg gerast. Dabei überholte er nach Angaben eines Gerichtssprechers Autos von rechts und brauste an der Abfahrt über eine rote Ampel. Es ist vermutlich das erste Mal, dass das im Oktober 2017 in Kraft getretene Gesetz in Hamburg angewendet wurde.

Tödlicher Unfall beim Rasen

Trotz der vielen Kontrollen wird auf Hamburgs Straßen weiter gerast. Ende März starb ein 24-Jähriger bei einem Unfall auf der Köhlbrandbrücke. Die Polizei geht davon aus, das der 22-jährige Fahrer bei einem illegalen Autorennen die Kontrolle über seinen Wagen verlor.

Mindestens zweimal sind der Kontrollgruppe auch schon Hochzeitsgesellschaften mit demonstrativen Fahrmanövern aufgefallen. Im Januar machte ein solcher Korso in Hamburg-Mümmelmannsberg mit Schüssen aus einer Schreckschusswaffe auf sich aufmerksam. Die Beamten kontrollierten die Gesellschaft und stellten 3 der 14 Autos wegen technischer Manipulationen sicher. Im Oktober hatte eine Hochzeitsgesellschaft eine Straße an der Elbphilharmonie blockiert, die Motoren aufheulen lassen, gehupt und rücksichtslose Fahrmanöver gemacht.

Weitere Informationen

Tödlicher Unfall auf der Köhlbrandbrücke

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Köhlbrandbrücke ist ein 24-Jähriger ums Leben gekommen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen. (26.03.2019) mehr

Schüsse: Polizei stoppt Hochzeits-Autokorso

Im Hamburger Stadtteil Mümmelmannsberg hat die Polizei einen Hochzeits-Autokorso gestoppt, weil aus einer Schreckschusspistole geschossen wurde. Drei Fahrzeuge wurden beschlagnahmt. (19.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.04.2019 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:10
Hamburg Journal
02:49
Hamburg Journal
02:36
Hamburg Journal