Der LNG-Frachter Arctic Voyager an einem LNG-Terminal in Rotterdam. © picture alliance/dpa/ANP Foto: Lex Van Lieshout

Geplantes LNG-Terminal in Hamburg: Weitere Probleme

Stand: 04.10.2022 06:01 Uhr

Das geplante schwimmenden Importterminal für Flüssiggas im Hamburger Hafen steht vor immer größeren Schwierigkeiten. Nach Informationen von NDR 90,3 hat die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes Bedenken, Schlick vom geplanten Liegeplatz in Moorburg abzunehmen.

Mindestens 500.000 Kubikmeter Schlick müssen in Moorburg weggebaggert werden, damit dort ein schwimmendes LNG-Importterminal festmachen kann. Hamburg hat aber schon genug Probleme, den normalerweise anfallenden Schlick loszuwerden. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hatte sich deshalb mit der Bitte um Hilfe an den Bund gewandt. Vergeblich. Das zuständige Wasserschifffahrtsamt habe Bedenken, dass der in der Elbmündung verklappte Schlick wieder fortgespült wird und die Fahrrinne versanden lässt, so eine Sprecherin der Umweltbehörde. Jetzt suche man nach Alternativen.

Auswirkungen auf übrigen Hafenbetrieb

Das ist aber offenbar bei weitem nicht das einzige Problem. Die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority hat in Kerstans Auftrag ein Gutachten erstellt, wie sich der Gasumschlag auf den übrigen Hafenbetrieb auswirkt. Unternehmen befürchten unter anderem, dass die Süderelbe für mehrere Tage pro Woche gesperrt werden muss. Das Gutachten ist laut Umweltbehörde fertig, es gebe aber noch offene Fragen.

Weitere Informationen
Ein Schiff, das Flüssiggas (LNG) geladen hat, liegt an einem Terminal. © picture alliance / AA Foto: Burak Milli

Opposition sieht LNG-Terminal in Moorburg vor dem Aus

Der mögliche Bau eines Flüssiggasterminals im Hamburger Hafen bringt viele Probleme mit sich. Umweltsenator Kerstan will aber weiter planen. (13.09.2022) mehr

Ein LNG-Schiff liegt an einem LNG-Terminal. © picture alliance/ANP | Sem van der Wal Foto: Sem van der Wal

LNG-Terminal in Moorburg? Hamburg bittet Habeck um Hilfe

Umweltsenator Kerstan sieht mehrere große Probleme für den Bau einer Flüssiggasanlage. In einem Brief bittet er den Bund um Hilfe. (12.09.2022) mehr

An den neu gebauten Anlegedalben für das zukünftigen Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) finden Bauarbeiten statt. © dpa Foto: Sina Schuldt

Welche Perspektive haben die LNG-Terminals im Norden?

Terminals für Flüssiggas sollen helfen, russisches Erdgas zu ersetzen. Sind die Anlagen später für klimafreundlichen Wasserstoff zu gebrauchen? mehr

"LNG Powered" steht auf dem Rumpf eines beladenen Containerschiffs © picture alliance Foto: Christian Charisius

LNG: Fakten zu Flüssigerdgas und Projekten in Norddeutschland

LNG soll Deutschlands Energieversorgung sichern. Im Norden entstanden dafür mehrere Terminals, weitere sind geplant. Welche Vor- und Nachteile gibt es? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.10.2022 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Zwei Fahndungsfoto zeigen den 29-jährigen Mansour Ismail - er wird von der Hamburger Polizei gesucht. © Polizei Hamburg / Polizeipressestelle Foto: Polizeipressestelle

Foto-Fahndung nach Shisha-Bar-Mord: Wer ist Mansour Ismail?

Er gilt als der Drahtzieher der tödlichen Schüsse im Hamburger Drogenmilieu: Nach dem 29-Jährigen Mansour Ismail wird seit zwei Tagen mit Fotos international gefahndet. mehr