Blick auf den HHLA Containerterminal am Burchardkai im Hamburger Hafen. © IMAGO / Chris Emil Janßen Foto: Chris Emil Janßen

FAQ: Hamburger Hafenbetreiber HHLA und der geplante MSC-Deal

Stand: 28.02.2024 11:03 Uhr

Die Containerreederei MSC will beim Hafenbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) einsteigen. Der in Genf ansässige Konzern und die Hansestadt unterzeichneten am 13. September 2023 einen verbindlichen Vorvertrag zur Gründung einer strategischen Partnerschaft.

Die Stadt Hamburg und die Mediterranean Shipping Company (MSC) mit Sitz in Genf wollen die HHLA künftig als Gemeinschaftsunternehmen führen, bei dem die Stadt eine Mehrheit von 50,1 Prozent hält und MSC 49,9 Prozent. Bislang gehören der Stadt rund 70 Prozent der börsennotierten HHLA. 

Nach Bekanntgabe des geplanten Deals tauchten viele Fragen auf. Skepsis und Kritik wurden laut. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum geplanten Einstieg von MSC bei der HHLA:

Welche Bedenken gibt es gegen einen Einstieg von MSC bei der HHLA?

Mitarbeitende der HHLA und Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaft ver.di fürchten, dass die Arbeitnehmerrechte beschnitten werden könnten, wenn MSC knapp die Hälfte der Anteile an der HHLA übernimmt. MSC als Familienunternehmen kennt solche Formen der Mitbestimmung, wie sie es bei der HHLA gibt, nicht. Eine weitere Sorge der Hafenarbeiterinnen und -arbeiter: Der Konkurrenzdruck, und damit der Druck auf die Kosten, könnte zunehmen. MSC hat in einer Zusatzvereinbarung mit der Stadt und der HHLA allerdings weitere Zusagen gemacht. So sind betriebsbedingte Kündigungen für mindestens fünf Jahre ausgeschlossen. Außerdem soll die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und -nehmer weiter erhalten bleiben. Von anderen Reedereien gibt es die Sorge, dass MSC möglicherweise Zugriff auf sensible Daten bekommen könnte.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.02.2024 | 16:00 Uhr

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