Stand: 09.11.2019 16:27 Uhr  - Hamburg Journal

Erzbistum Hamburg will Immobilien verkaufen

Angesichts knapper Kassen will sich die katholische Kirche im Norden von vielen Immobilien trennen. "Wir wissen, dass die hohen Unterhaltungskosten für Immobilien die Pfarreien dazu zwingen werden, viele Standorte aufzugeben", sagte Erzbischof Stefan Heße am Sonnabend in Hamburg. Das Erzbistum wolle finanzielle Anreize für die Pfarreien setzen, sich von Immobilien zu trennen. Ein eigenes Kirchengebäude sei keine grundlegende Bedingung für das Gebet und den Gottesdienst. Die Seelsorge bleibe das Rückgrat der pastoralen Arbeit, doch werde sie angesichts weniger hauptamtlicher Seelsorger künftig stärker vom Ehrenamt geprägt sein.

Bald 350 Millionen Euro Schulden?

Heße stellte vor rund 300 Gläubigen im Hamburger Mariendom die Ergebnisse der Projektphase des vor drei Jahren eingeläuteten Erneuerungsprozesses vor. Das Erzbistums ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. Nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young würde die Summe bis 2021 auf bis zu 350 Millionen Euro anwachsen, falls nicht umgesteuert wird. Die katholische Kirche wollte auch deshalb 8 ihrer 21 Schulen in Hamburg schließen - nach Protesten der Eltern konnten zwei davon erhalten bleiben. Dass Eltern dafür 7,5 Millionen Euro Spenden eingesammelt hatten, darauf ging Heße nun noch einmal ein. "Das zeigt, dass viele Menschen bereit sind, sich in hohem Maße für ihre katholische Kirche zu engagieren, wenn diese gut arbeitende Einrichtungen finanziell nicht mehr alleine tragen kann", sagte er. Die Zuwendungen zur Caritas will die katholische Kirche im Norden aber weiterhin zahlen. Auch für alle katholischen Kitas gab Heße eine Bestandsgarantie. Sie seien eine starke Brücke in die Gesellschaft.

Das Erzbistum Hamburg besteht aus den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg (ohne Vorpommern). Mit einer Fläche von mehr als 32.500 Quadratkilometern ist es das größte Bistum in Deutschland, mit knapp 400.000 Katholiken jedoch gleichzeitig eines mit sehr wenigen Gläubigen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.11.2019 | 19:30 Uhr

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