Stand: 06.12.2019 06:36 Uhr  - NDR 90,3

Erneut Verzögerungen bei der Elbvertiefung

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Das Rammen einer geplanten Spundwand könnte den Hochwasserschutz des Klärwerks Köhlbrandhöft gefährden.

Ein Teil der Elbvertiefung verzögert sich offenbar. Laut Hamburger Senat gibt es Probleme dabei, den Köhlbrand im Bereich des Klärwerks im Hafen auszubaggern. Konkret geht es um die sogenannte Köhlbrandkurve - den Bereich der Elbe, an dem sie sich in Norder- und Süderelbe teilt. Dort soll das Fahrwasser vertieft und unter Wasser eine Spundwand gerammt werden. Bei Untersuchungen habe man nun aber festgestellt, dass dann der Hochwasserschutz für das Klärwerk Köhlbrandhöft abrutschen könnte.

Verzögerungen beim Ausbau der Fahrrinne

Ein Risiko aber wolle man vermeiden, so der Senat auf eine Kleine Anfrage von FDP-Fraktionschef Michael Kruse. Deshalb soll ab dem kommenden Jahr zunächst das Ufer instand gesetzt werden. Erst im Verlauf des Jahres 2021 beginnt dann der Ausbau der Fahrrinne. Geplant war, dass die gesamte Elbvertiefung im Frühjahr 2021 fertig ist.

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Kritik von Hafenunternehmern und FDP

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg übt Kritik und stellte die Frage: "Ist die Hafenverwaltung HPA mit dem wichtigsten Infrastrukturprojekt überfordert?" Für Kruse macht Hamburgs Senat bei der Elbvertiefung eine sehr unglückliche Figur. Er sei im Gegensatz zum Bund offenbar nicht gut vorbereitet, so der FDP-Politiker.

Verzögerungen auch wegen Blindgängersuche

Erst im November hatte die Wirtschaftsbehörde von Verzögerungen bei der Elbvertiefung auf Hamburger Gebiet berichtet. Als Grund gab die Behörde ein neues Verfahren an, um nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen. Der Rückstand sollte aber durch den Einsatz von mehr Baggerschiffen im neuen Jahr wieder aufgeholt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.12.2019 | 08:30 Uhr

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