Stand: 21.06.2020 13:16 Uhr  - NDR 90,3

Eichenprozessionsspinner ist wieder da

Eichenprozessionsspinner an einem Baumstamm. © NDR Foto: Jelto Ringena
Eichenprozessionsspinner: Die Schmetterlingsraupe ist wegen ihrer giftigen Brennhaare für den Menschen gefährlich.

In Teilen von Hamburg hat sich wieder der Eichenprozessionsspinner ausgebreitet. "Im gesamten Hamburger Stadtgebiet sind Nester des Eichenprozessionsspinners gefunden worden, jedoch begrenzt auf wenige Befallschwerpunkte", sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Vor allem die Bereiche Autobahndreieck Hamburg-Süd, Friedhof Öjendorf, Hauptfriedhof Altona, Stadtpark Winterhude, Friedhof Ohlsdorf, Bramfelder See, Moorfleeter Deich sowie das Naturschutzgebiet Boberger Niederung seien betroffen.

Widerhaken setzen sich auf Haut fest

An den betroffenen Orten warnen Absperrbänder oder Schilder vor dem Eichenprozessionsspinner. Die Schmetterlingsraupe ist wegen ihrer giftigen Brennhaare für den Menschen gefährlich. Die Haare besitzen kleine Widerhaken, die sich auf der Haut festsetzen. Menschen reagieren unterschiedlich darauf: Hautausschläge in Form von roten Punkten, Juckreiz und Brennen können Beschwerden sein. Wenn die feinen Haare des Eichenprozessionsspinners eingeatmet werden, kann das auch zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen.

Mehrere Hundert Euro pro Baum

2019 gab die Stadt Hamburg fast 480.000 Euro aus, um die Nester zu beseitigen. Fachleute saugten die Gelege von den Bäumen ab und verbrannten die Nester anschließend. Pro Baum kostet ein Einsatz zwischen 250 und 500 Euro. Die Kosten durch die Raupe selbst, also beispielsweise aus dem Fraßschaden an Eichen, seien bislang untergeordnet, so die Umweltbehörde.

Meisen sind natürliche Feinde

Die wärmeliebenden Tiere waren 2011 erstmals an Eichen in Hamburg aufgetaucht und sind seitdem jedes Jahr in der Hansestadt nachgewiesen worden. Um die Ausbreitung der Raupe in der Hansestadt zu verhindern, sind im Winter im Stadtpark Winterhude und auf dem Hauptfriedhof Altona zudem Nistkästen für Meisen angebracht worden. Die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners sollen dessen Ausbreitung auf natürlichem Wege verhindern. Ob das in diesem Jahr schon geklappt hat, konnte die Umweltbehörde zunächst noch nicht sagen.

Doch im Zuge des deutschlandweiten Meisensterbens ging der Bestand der Blaumeisen in Hamburg laut dem Naturschutzbund Nabu Hamburg um etwa 20 Prozent zurück.

Vorsichtsmaßnahmen

  • Grundsätzlich befallene Bereiche meiden
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren
  • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen
  • Bei Bekämpfungsmaßnahmen Chemievollschutzanzug und Atemschutz tragen
  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
  • Bekämpfung nur von Fachleuten durchführen lassen

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.06.2020 | 09:00 Uhr

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