Stand: 26.05.2019 07:33 Uhr

Die zwei Welten von Stargeiger David Garrett

von Johanna Ohlau

Rockige Gitarrenriffs und sanft-streichende Geigenklänge - passt das zusammen? Diese Frage hat David Garrett mit seinem Auftritt in der Arena am Volkspark am Samstagabend überzeugend mit Ja beantwortet. Vor Tausenden Fans stellte der Stargeiger in Hamburg mal wieder eindrucksvoll unter Beweis, dass er diese zwei so gegensätzlichen Welten zu einem besonderen Hörerlebnis verschmelzen kann.

Stargeiger David Garrett begeistert in Hamburg

Musikalisch schlagen zwei große Herzen in David Garretts Brust: Da ist auf der einen Seite die Rockmusik, die Hits von Queen, AC/DC, Metallica und Guns n' Roses, für die er große Bewunderung empfindet. Auf der anderen Seite gibt es seine "Begleiter", wie Garrett sie nennt, die seinen musikalischen Werdegang von klein auf geprägt haben wie Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven oder Claude Debussy.

Stargeiger bringt Rock und Klassik in Einklang

An diesem Abend gelingt es David Garrett wieder mit Bravour, beiden Leidenschaften Raum zu bieten, sie aufeinander treffen und miteinander verschmelzen zu lassen. So entsteht der besondere Stil, für den der Stargeiger seit nunmehr zehn Jahren auf der ganzen Welt gefeiert wird: seine Crossover-Konzerte. Dabei schlägt der Musiker Haken von "Thunderstruck" von AC/DC zu Johann Sebastian Bachs weltbekanntem "Air" aus der Suite Nr. 3, um nach einem kleinen Schlenker zu lateinamerikanischen Klängen samt Kurzeinsatz seines "geliebten Holzstücks" als Ukulele seinem Publikum einen kleinen "Verschnaufer" zu bieten mit "Nothing Else Matters" von Metallica.

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Videowand untermalt Stimmungswechsel

Die Stimmungswechsel sind rasant und werden mit virtuellen Effekten auf einer Videowand hinten auf der Bühne untermalt. So begleitet die Installation mal Bachs "Air" bildlich mit kleinen Notenschlüsseln, die verspielt in den Nachthimmel aufzusteigen scheinen. Dann finden sich die Konzertbesucher passend zum hektischen "Säbeltanz" des Komponisten Aram Chatschaturjan plötzlich in einem wilden Autorennen wieder, sie genießen den farbenfrohen Konfetti-Regen zu Coldplays "Viva La Vida" oder stehen im "Purple Rain" von Prince. Beim "Evergreen der Klassik", wie Garrett das Stück "Clair de Lune" von Claude Debussy ankündigt, gibt es verträumte Aufnahmen von Erde, Mond und Sternen zu sehen.

Choreografie bis ins kleinste Detail

Im Zentrum dieser virtuellen Show-Einlagen steht meistens der Geiger. Garrett liefert eine bis ins kleinste Detail einstudierte Choreografie ab, bei der seine Bewegungen nahezu immer exakt auf das Bühnenbild hinten auf der Leinwand abgestimmt ist. So schwebt er beispielsweise nach der Pause Geige spielend von der Hallendecke hinunter auf die Bühne. Diese Show-Einlagen kommen bei den Menschen in der Arena am Volkspark sehr gut an.

Show-Elemente für Klassik-Liebhaber und echte Rocker

Das Programm mit seinen Crossover-Hits aus den vergangenen zehn Jahren hält für jeden - egal, ob Klassikliebhaber oder echter Rocker - etwas bereit. Das ist auch am immer mal wieder lang anhaltenden Applaus für Garrett abzulesen - für seine schnellen Rock-Einlagen genauso wie für die virtuos und mit Hingabe gespielten ruhigeren Klassik-Schätze.

Queen-Medley und Beatles-Hit als großes Finale

Eingerahmt wird der 38-Jährige musikalisch von der Neuen Philharmonie Frankfurt und seiner Band, wobei Garrett trotz des vollen Sounds, der den Konzertsaal erfüllt, immer wieder mit seiner Geige aus den Melodien hervorsticht. Etwa zweieinhalb Stunden dauert diese Achterbahnfahrt durch die verschiedenen Musik-Genres, die schließlich mit einem Queen-Medley von "We Will Rock You" bis hin zu "We Are The Champions" seinen vorläufigen Höhepunkt findet.

Doch die Zuschauer lassen den Stargeiger nicht ohne Zugabe aus dem Saal. So verabschiedet sich Garrett in Hamburg mit "einem richtig schönen Ohrwurm für euch" - seiner Interpretation vom Beatles-Hit "Hey Jude".

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.05.2019 | 23:00 Uhr

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