Sendedatum: 03.09.2019 19:30 Uhr

Die Instant-Rechtsschutzversicherung

Bild vergrößern
Den Gang zum Anwalt oder gar vor Gericht scheuen viele Menschen, vor allem wegen den Kosten. iubel will es ihnen vereinfachen.

Wer es mit seinem juristischen Problem bis zum Gericht geschafft hat, hat schon eine Menge erreicht. Viele scheuen allerdings den Gang zum Anwalt. "Gerade bei den Alltagsansprüchen ist unser Rechtssystem überdurchschnittlich teuer und für die Verbrauchenden oder den Verbraucher somit doch deutlich unattraktiverer'', sagt Niclas Stemplewski.

Homepage des Start-Up-Unternehmens.

Start-up finanziert Prozesskosten

Hamburg Journal -

Prozesskosten können sich viele Menschen nicht leisten. Ein Hamburger Start-up bietet ihnen Sofort-Rechtsschutz und die Chance, ihr Anliegen dennoch juristisch zu verfolgen.

4,75 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

iubel heisst das Start-Up von Niclas und Jan Stemplewski und funktionioniert wie eine Art Instant-Rechtsschutzversicherung. Wer ein juristisches Problem hat schildert bei iubel seinen Fall. Das System analysiert die Eckdaten zunächst automatisch, um die Erfolgsaussichten abzuschätzen. Wie das genau funktioniert ist Betriebsgeheimnis. "Es reicht häufig schon einfach sich eine große Anzahl an Fällen einfach anzugucken, um zu erkennen vor welchem Gericht meine Erfolgsaussichten etwas besser oder etwas schlechter sind", sagt Niclas Stemplewski Oder auf welcher Verfahrensdauer man sich einstellen müsse. All das seien Faktoren, die helfen können, zu bewerten, wie erfolgsträchtig der Anspruch sein könne, so Niclas Stemplewski.

Bei Erfolgssaussichten wird ein Anwalt vermittelt

Bild vergrößern
Wer ein juristisches Problem hat schildert bei iubel seinen Fall. Das System analysiert die Eckdaten zunächst automatisch, um die Erfolgsaussichten abzuschätzen.

Anschließend gucken sich die Juristen den Fall detailierter an. Besteht Aussicht auf Erfolg vermittelt iubel einen Anwalt und übernimmt die Kosten. Wie bei Andreas Stocovaz. Dem Wachmann war von seiner Firma fristlos gekündigt worden. "Damals war ich ziemlich emotional und ich habe mich nicht so gut gefühlt. Ich habe denen dann gesagt, dass ich mir das so nciht gefallen lassen werde. Und, dass wir uns auch vor Gericht sehen werden", sagt Andreas Stocovaz.

Hindernis: hohe Anwaltskosten

Doch ohne Job sind die drohenden Anwaltkosten ein Hindernis. Arbeitsrechtsspezialist Maik Wünsche übernahm den Fall und hat für seinen Mandanten eine fristgemäße Kündigung samt Abfindung herausgeholt. Für Andreas Stocovaz bedeutete dies wertvolle Zeit um sich einen neuen Job zu suchen. "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Es besteht mein Prozess natürlich immer ein gewisses Prozessrisiko. Wenn der Prozess verlustig gehen würde, müssten die Mandanten die Anwaltskosten tragen und dann würde iubel eingreifen und die für sie tragen. Insofern können die am Ende des Tages im Verhältnis zu 'ich klage nicht' nur gewinnen'', sagt Anwalt Maik Wünsche.

Es muss immer ums Geld gehen

Einzige Bedingung: es muss immer auch um Geld gehen, denn anhand dessen berechnet sich die Provision von iubel im Erfolgsfall. Den Bundesbürgern gehen jährlich geschätzt Milliarden verloren weil sie ihr Recht nicht juristisch durchsetzen, so iubel. Das will das Hamburger Start-Up ändern, selbst wenn der Streitwert nur 1.000 Euro sind. "Unsere Vision ist es ganz klar, das Rechtssystem für jeden Einzelnen spürbar zu verbessern und dazu gehört zentral, dass Menschen keine Angst vor den Kosten haben", sagt Jan Stemplewski.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.09.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:34
Hamburg Journal
02:14
Hamburg Journal
02:09
Hamburg Journal