Stand: 04.03.2020 07:10 Uhr  - NDR 90,3

Demonstrierende solidarisieren sich mit Geflüchteten

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Rund 1.000 Menschen demonstrieren am Dienstagabend in Hamburg für offene Grenzen.

Rund 1.000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Dienstagabend in Hamburg an einer Kundgebung teilgenommen. Sie demonstrierten unter dem Motto "Grenzen auf - Leben retten!" auf dem Hamburger Rathausmarkt für die Aufnahme von Geflüchteten. Dann zogen sie zum griechischen Konsulat in der neuen ABC-Straße in der Innenstadt.

Seebrücke Hamburg hatte zur Demo aufgerufen

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Organisation Seebrücke Hamburg. Die Demonstrierenden wollen auf die Situation der Menschen aufmerksam machen, die derzeit an der türkisch-griechischen Grenze ausharren. Seit dem Wochenende hindert die Türkei viele Migranten nicht mehr daran, in die EU zu gelangen - trotz des Abkommens mit Brüssel. Aber Griechenland lässt die Menschen nicht passieren. "Wir wollen nicht in einer Festung leben, an deren Grenze Menschen sterben", heißt es in dem Aufruf von Seebrücke Hamburg. Die EU solle Verantwortung übernehmen und die Forderung an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lautet: Schützt Menschen statt Grenzen.

EU-Ratspräsident zu Gesprächen vor Ort

Nach UN-Angaben harren Tausende Migranten bei Kälte auf der türkischen Grenzseite aus. Viele wollen weiterziehen. Griechische Sicherheitskräfte setzten in den vergangenen Tagen mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen. Menschenrechtler und Migrationsforscher kritisierten das Vorgehen scharf.

EU-Ratspräsident Charles Michel will heute mit der Türkei über die Situation der Menschen an der griechischen Grenze sprechen. Geplant ist ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.03.2020 | 06:00 Uhr

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