Corona: Impfbeauftragter setzt auf Dialog mit Herstellern

Stand: 28.02.2021 06:05 Uhr

Christoph Krupp will dafür sorgen, dass mehr Corona-Impfstoff für Deutschland produziert wird. Das sagte er, bevor er am Montag sein Amt als Impfbeauftragter der Bundesregierung antritt.

"Wir wollen sehen, wie wir die Impfstoffproduktion ankurbeln können". So beschreibt Christoph Krupp seine neue Aufgabe als Impfbeauftragter der Bundesregierung. Deutschland habe durch die Europäische Union genug Impfstoff bestellt, aber dieser Impfstoff müsse auch produziert werden. Die Hersteller seien guten Willens, sagte Krupp im NDR Hamburg Journal. In der Praxis sei es aber ein sehr komplexer Prozess mit Lieferketten und Zulassungsverfahren.

Dialog mit den Herstellern von Corona-Impfstoff

"Wir wollen unterstützen. Dafür sind wir im Dialog mit den Herstellern", sagte er im Interview mit Hamburg Journal Moderator Jens Riewa. Zehn Jahre war Christoph Krupp Leiter des Bezirksamtes Bergedorf, sieben Jahre leitete er die Hamburger Senatskanzlei. Zuletzt war er Vorstandschef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Jetzt soll er mit der neuen Taskforce im Bundeswirtschaftsministerium die Produktion von Corona-Impfstoff in Deutschland beschleunigen.

Geld für Lieferzusagen

Die Taskforce soll aus zehn Personen bestehen, die aus dem Bundesfinanzministerium, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesgesundheitsministerium kommen. Was in der ersten Woche anliegt: "Zuerst mit dem Herstellern sprechen". Es gebe auch schon Vorschläge, welche Firmen man noch mit in die Liefer- und Produktionskette mit aufnehmen könnte.

Das Problem, dass es dabei gibt, erklärte Krupp so: "Die Hersteller fragen sich, bevor sie die Produktionskapazität ausweiten: Wie lange gilt für uns eine Abnahme-Garantie?" Hier könne man darüber reden, ob man für Reserve-Kapazitäten auch Geld bezahle und Genehmigungsverfahren beschleunige. "Der Staat hat einige Möglichkeiten, das zu unterstützen", sagte Krupp weiter.

Nach seinen Worten ist es wahrscheinlich, dass im Mai schon fünf Impfstoffe statt heute drei zur Verfügung stehen. Neben den schon verfügbaren Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca seien dies die Impfstoffe von Johnson & Johnson und Curevac. Die Frage, ob bis Anfang August allen Menschen, die dies wünschen, wie geplant ein Impfangebot gemacht werden kann, ließ Krupp offen. Sein Auftrag sei es, diese Planungen abzusichern. Es sei aber ein komplizierter Prozess, die Herstellungskapazitäten hochzufahren.

Weitere Informationen
Geimpfte in Norddeutschland

Corona-Impfquote: Aktuelle Zahlen zu den Impfungen im Norden

Wie viele Menschen in Norddeutschland haben bislang eine Corona-Impfung erhalten? Aktuelle Zahlen zur Impfquote. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.02.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Der Angeklagte hält sich in einem Gerichtssaal des Strafjustizgebäudes in Hamburg ein Blatt Papier vor das Gesicht. Für den Mord an einem jungen Brasilianer hat das Hamburger Landgericht einen 46-Jährigen am Donnerstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Brasilianer

Das Hamburger Landgericht verurteilte einen 46-Jährigen, der sein Opfer unter Drogen gesetzt und umgebracht hat. mehr