Stand: 22.03.2020 18:07 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Hamburger vor Kontaktverbot einsichtig

Bund und Länder haben sich am Sonntagnachmittag im Kampf gegen das Coronavirus auf weitreichende Beschränkungen für soziale Kontakte geeinigt - für mindestens zwei Wochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ermahnte die Menschen zur Einhaltung der neuen Beschränkungen. Versammlungen von mehr als zwei Personen werden in ganz Deutschland verboten. Ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Die bisher geltenden Regelungen wurden damit noch einmal verschärft.

Zuvor hatten sich die Hamburgerinnen und Hamburger am Sonntag offenbar weitgehend an die am Freitag erlassene Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus gehalten. "Bisher mussten wir noch überhaupt nicht tätig werden", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Weder habe es größere Ansammlungen noch sogenannte Corona-Partys gegeben. Die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus haben das öffentliche Leben in der Hansestadt weitgehend zum Stillstand gebracht.

Einzelne, Pärchen oder Familien

Im Stadtpark sowie an Elbe und Alster seien zwar einige Spaziergängerinnen und Spaziergänger unterwegs, es handele sich aber in erster Linie um Einzelne, Pärchen oder kleine Familien. An den Hamburger Landungsbrücken waren ebenfalls nur vereinzelte Menschen unterwegs, vor allem das Ausbleiben von Touristinnen und Touristen fiel auf. Auch in der Innenstadt blieben die Straßen am Sonntag leer. Die Auflagen des Senats waren bereits am Sonnabend von den meisten Menschen in Hamburg befolgt worden. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden unter anderem Menschenansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt.

Deutlich mehr Streifenwagen unterwegs

Nach Angaben der Hamburger Polizei bereiteten die bis zum Sonntag geltenden Regeln kaum Probleme. Es seien deutlich mehr Streifenwagen im Einsatz, um Präsenz zu zeigen und in den Stadtteilen vor Ort zu sein. Es gebe lediglich einzelne Fälle, in denen Beamte eingreifen müssten, so ein Sprecher. Dabei gehe es unter anderem um Geschäfte, die verbotenerweise doch noch geöffnet sind. Neben dem Verbot größerer Menschenansammlungen enthält die Allgemeinverfügung des Senats auch ein Verbot für den Betrieb von Restaurants. Zuvor durften sie noch zwischen 6 und 18 Uhr öffnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.03.2020 | 08:00 Uhr

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