Bundestagswahl in Hamburg: So haben die Wahlkreise gewählt

Stand: 27.09.2021 13:28 Uhr

Bei der Bundestagswahl hat die SPD in Hamburg vier der sechs Wahlkreise gewonnen, in den beiden weiteren setzten sich die Grünen durch. Die CDU ging diesmal leer aus.

In Altona und Eimsbüttel haben die Direktkandidatin und der Direktkandidat der Grünen ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die Konkurrenten der SPD gewonnen.

Wahlkreis Eimsbüttel: Steffen knapp vor Annen

Der frühere Justizsenator Till Steffen (Grüne) setzte sich im Wahlkreis Eimsbüttel gegen den Favoriten Niels Annen (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, durch. Annen zieht allerdings über die SPD-Landesliste in den Bundestag ein, wo er auf Platz zwei steht. Steffen sagte am Wahlabend: "Wir haben ein Ergebnis auf Bundesebene wo wir sagen, okay, es könnte ein bisschen mehr sein. Aber wir haben ein Mega-Ergebnis, an uns in Hamburg hat es nicht gelegen."

Wahlkreis Altona: Heitmann siegt gegen Bartke

In Altona setzte sich die frühere Bürgerschaftsabgeordnete Linda Heitmann von den Grünen durch. Damit geht für Matthias Bartke (SPD) seine Zeit im Bundestag nach acht Jahren zu Ende. Heitmann sagte: "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, das wir bundesweit erzielt haben. Umso mehr freue ich mich aber, dass wir die Leute in Altona überzeugen konnten mit unserer Aufbruchsstimmung." Jetzt müsste konsequenter Klimaschutz in Berlin vorangetrieben werden, so Heitmann.

Wahlkreis Mitte: Droßmann zieht in den Bundestag ein

Im Wahlkreis Mitte holte der Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) als Bundestags-Newcomer auf Anhieb das Direktmandat. Droßmann setzte sich gegen den zweitplatzierten Manuel Muja von den Grünen durch. Zu seinem Erfolg sagte der SPD-Politiker: "Ich freue mich total über das Ergebnis und das Vertrauen. Es ist ein größerer Abstand als bei der letzten Wahl. Besonders freue ich mich, dass die SPD-Hochburg Billstedt in meinem Wahlkreis liegt."

Wahlkreis Nord: Enttäuschung für Ploß, Erfolg für Martin

Bitter fällt die Bilanz von CDU-Spitzenkandidat Christoph Ploß aus. Die CDU hat noch schlechter abgeschnitten als auf Bundesebene und das Direktmandat in Nord holte diesmal nicht er, sondern Dorothee Martin von der SPD. Noch vor Ploß landete Katharina Beck (Grüne) auf dem zweiten Platz. Ebenso wie Beck zieht Ploß allerdings über die Landesliste in den Bundestag ein. Martin war bereits im vergangenen Jahr für Johannes Kahrs in den Bundestag nachgerückt, sie saß zuvor neun Jahre in der Bürgerschaft. Zum Ausgang der Wahl sagte die Politikerin: "Im Juni haben uns alle noch abgeschrieben und belächelt. Die Aufholjagd, die wir gemeinsam hingelegt haben in den letzten Monaten und Wochen, hat sich als richtig erwiesen. Wir liegen jetzt deutlich vor der CDU und wir haben den Regierungsauftrag."

Wahlkreis Wandsbek: Özoguz gewinnt zum dritten Mal

Sicher setzte sich die langjährigen SPD-Abgeordneten Aydan Özoguz in Wandsbek durch. Franziska Hoppermann (CDU) landete auf dem zweiten Platz. Özuguz, die ein drittes Mal das Direktmandat gewann, sagte: "Wir haben jetzt Wochen und Monate damit verbracht von Tür zu Tür zu laufen, mit den Menschen zu reden und um jede Stimme zu kämpfen. Da ist es natürlich eine große Freude, gerade auch in meinem Wahlkreis für jedes einzelne Mitglied, zu sehen, es hat sich gelohnt."

Wahlkreis Bergedorf-Harburg: Hakverdi verteidigt Mandat

Im Wahlkreis Bergedorf-Harburg verteidigte Metin Hakverdi von der SPD sein Direktmandat. Zweitplatzierter wurde Uwe Schneider (CDU). Hakverdi sagte, es gehe nun darum, "dass wir Innovation nicht zu einem Wettbewerbs-GAU machen, sondern tatsächlich eine Innovation, die Arbeitsplätze für die Zukunft sichert. Bei mir zu Hause zählt das, wer dann übermorgen noch Arbeitsplätze und Jobs hat. Das war das Thema Nummer eins, und das hat man uns als Partei, mir als Kandidat aber natürlich vor allem Olaf Scholz als Kanzler geglaubt."

Freude bei den Grünen über Direktmandate

Bei Hamburgs Grünen herrschte am Montag Freude über die beiden Direktmandate für den Bundestag. Die Landesvorsitzende Maryam Blumenthal äußerte schon konkrete Wünsche: "Ich gebe allen Hamburger Abgeordneten mit, dass sie bitte möglichst kompromisslos versuchen, eine sehr solide Klimapolitik in die Koalitionsverhandlungen reinzubringen." Trotz der zwei verlorenen SPD-Direktmandate hob Landeschefin Melanie Leonhard den Gewinn der vier anderen hervor. CDU-Fraktionschef Dennis Thering bedauerte das verlorene Direktmandat seiner Partei: "Der schlechte Bundestrend schlägt sich durch bis in die Länder. Leider sind wir da in Hamburg nicht vor geschützt."

Wenn man in der folgenden Karte auf Gemeinden geht, kann man sich durch Heranzoomen oder durch Eingabe des Stadtteilnamens oder einer Postleitzahl die Wahlergebnisse für einzelne Stadtteile detailliert anzeigen lassen:

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.09.2021 | 12:00 Uhr

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