S-Bahn in Hamburg © picture alliance / dpa Foto: Ralph Goldmann

Bau der S4: Letzte Klagen gegen ersten Abschnitt abgewiesen

Stand: 05.10.2021 14:30 Uhr

Der erste Abschnitt der S4 von Hamburg Richtung Bad Oldesloe kann gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Dienstag auch die letzten Klagen gegen das Schienenprojekt abgewiesen.

Diesmal haben die Bahn und das Eisenbahnbundesamt juristisch alles richtig gemacht - ganz anders als bei der Verlegung des Fernbahnhofs Altona, wo sie erst scheiterten. Der erste Bauabschnitt der S4 von Hamburg-Hasselbrook zur Luetgensallee in Wandsbek ist fehlerfrei beantragt, sagt das Bundesverwaltungsgericht.

Gericht weist alle Vorwürfe zurück

Die Klägerinnen und Kläger müssen Grundstücksteile an die Bahn abtreten - dauerhaft oder für die Bauzeit. Sie hatten dagegen drei Einwände: Erstens seien die zwei neuen Gleise gar nicht nötig. Mit neuen Weichen könne man viel mehr Züge über die vorhandenen Gleise schicken. Zweitens werde der Naturschutz nicht gewahrt. Drittens verknüpfe die Bahn mit den S-Bahngleisen rechtswidrig einen Ausbau anderer Gleise in Horn und Wandsbek. Das Gericht wies alle drei Vorwürfe zurück.

Kein Einspruch mehr möglich

Gegen den Beschluss ist kein Einspruch mehr möglich. Vor knapp drei Wochen hatte das Gericht bereits andere Klagen gegen die S4 verworfen. Der drei Kilometer lange erste Abschnitt der neuen S-Bahnstrecke ist schon im Bau.

250.000 Menschen sollen besser angebunden werden

Mit der S4 sollen knapp eine Viertelmillion Menschen im Osten Hamburgs und im Umland besser an den Nahverkehr angebunden werden. Die Linie soll den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck verstärken und die Regionalbahnlinie RB81 ersetzen. Geplant ist, dass die S4 nördlich des S-Bahnhofs Hasselbrook aus dem bestehenden Netz ausfädelt und dann zweigleisig neben den Fernbahngleisen bis nach Ahrensburg führt. Danach soll ein kurzer eingleisiger Abschnitt folgen. Hinter dem Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz sollen die Züge der S4 dann auf den Fernbahngleisen bis nach Bad Oldesloe weiterfahren.

Bund trägt Großteil der Kosten

Die Gesamtkosten werden auf rund 1,85 Milliarden Euro beziffert, wovon der Bund mit mehr als 80 Prozent den Großteil übernimmt. Hamburg und Schleswig-Holstein zahlen rund 290 Millionen Euro. Mit knapp 210 Millionen Euro trägt Hamburg den Großteil der Länderkosten an dem Milliardenprojekt. Die Deutsche Bahn wird 20 Millionen Euro in das Projekt einbringen. Mit der S4 werden entlang der bestehenden Bahntrasse neue Gleise gebaut. Dazu kommen ergänzende Maßnahmen wie neue Lärmschutzwände, Bahnsteige, Überführungen und Tunnel. Ziel ist es, den Fern-, Nah- und Regionalverkehr zu entmischen, der von Hamburg in Richtung Lübeck bislang auf den gleichen Gleisen verläuft.

Fünf zusätzliche Haltestellen

Für die S4 sollen die fünf zusätzlichen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West entstehen. Außerdem hält die S4 - wie bisher die RB81 - in Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe.

Gutachter prognostizieren, dass die S4 täglich rund 97.000 Fahrgäste befördern wird. 2025 könnte die S4 auf dem ersten Teilabschnitt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Rahlstedt rollen, zwei Jahre später könnte die gesamte Strecke ausgebaut sein.

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Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. © picture alliance / dpa Foto: Jan Woitas

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.10.2021 | 13:00 Uhr

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