Stand: 17.09.2019 09:21 Uhr

Anwohner protestieren gegen Fernwärmeleitung

In Hamburg-Groß Flottbek haben am Montagabend bei einer Bürgerveranstaltung etwa 200 Anwohner gegen den Bau einer Ferwärmeleitung protestiert. Die geplante Leitung unter der Elbe ist ein wichtiger Bestandteil von Umweltsenator Jens Kerstans (Grüne) neuem Fernwärmekonzept. Über die Leitung soll unter anderem industrielle Abwärme aus dem Süden in den Norden der Stadt transportiert werden.

Anwohner wehren sich gegen Großbaustelle

Nach den Plänen der Umweltbehörde soll die gut sieben Kilometer lange Trasse von Waltershof unter der Elbe nach Othmarschen verlaufen, und weiter durch Groß Flottbek nach Bahrenfeld. Die dafür nötige Großbaustelle würde voraussichtlich viele Staus auslösen. Die Hoffnungen der Anwohner, dies noch zu verhindern, machte Kerstan gleich zu Beginn der Veranstaltung zunichte. Es gehe nicht mehr um das Ob, es gehe um das Was, so der Senator am Montagabend. Senat und Bürgerschaft hätten dem Trassenverlauf bereits zugestimmt.

Kritik: zu teuer, zu ineffizient

Dietrich Rabenstein vom Energienetzbeirat argumentierte dennoch dagegen. Die geplante Leitung sei zu teuer und Kerstans Konzept spare zu wenig CO2 ein. Denn darin würde auch Abwärme aus Müllverbrennungsanlagen als klimaneutral bewertet, so Rabenstein. Das Klima selbst kümmere sich um solche Tricks nicht, das gehe nach dem, was an CO2 freigesetzt werde, ergänzte er.

Der Leitungsbau soll laut Umweltbehörde in den nächsten ein bis zwei Jahren beginnen - falls er nicht vorher von Gerichten ausgebremst wird. Denn Anwohner haben schon Geld für Klagen gesammelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.09.2019 | 09:00 Uhr

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