Antisemitismus-Beauftragter: Jüdisches Leben sichtbar machen

Stand: 01.07.2021 21:01 Uhr

Hamburgs neuer Antisemitismus-Beauftragter Stefan Hensel will das jüdische Leben in der Stadt stärken. Es sei wichtig zu verstehen, dass Jüdinnen und Juden in Hamburg ein aktives Gemeindeleben haben, sagte er im Interview mit dem NDR 90,3 Kulturjournal. Am Donnerstag nahm er seine Arbeit auf.

In seinem neuen Amt möchte er Menschen ermutigen und Projekte vorantreiben, die das jüdische Leben in Hamburg sichtbar machen: "Wir haben die große Jüdische Gemeinde, wir haben die Liberale Jüdische Gemeinde. Wir haben andere jüdische Organisationen hier, die zum Leben beitragen, die auch in der Vergangenheit und auch jetzt die Stadt mitgestalten. Und ich möchte gerne, dass das sichtbar ist." Als wichtige Projekte, die er auch persönlich im neuen Amt vorantreiben möchte, nennt Hensel den Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge im Grindelviertel und das jüdische Bildungshaus in unmittelbarer Nachbarschaft.

Juden sollten offener auftreten können

Grundsätzlich sei es heute so, dass viele Jüdinnen und Juden sehr genau überlegten, in welchen Situationen sie sich mit ihrem Glauben zu erkennen geben: "Da ist ein Filter eingebaut, weil man nicht ausgegrenzt werden möchte", sagte Hensel.

AUDIO: Interview: Hamburgs Antisemitismus-Beauftragter Stefan Hensel (13 Min)

Forderung nach Schließung des Islamischen Zentrums

Hensel bekräftigte im Interview mit dem NDR 90,3 Kulturjournal seine Forderung, das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) in der blauen Moschee an der Außenalster zu schließen. Es gehöre zum Iran, der jeden zweiten Tag sage, dass Israel von der Landkarte verschwinden müsse. Der Iran übe Terroranschläge in der ganzen Welt aus, dies sei für Hamburg und auch für viele in der Stadt lebende Muslime und Musliminnen eine Bedrohung. Dass seine Forderung nach Schließung des Zentrums bundesweit Widerhall gefunden habe, habe ihn erstaunt. Es sei aber ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie man mit dem Problem weiter umgehe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 30.06.2021 | 19:10 Uhr

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