Stand: 08.05.2018 06:50 Uhr

Altona debattiert über neuen Fernbahnhof

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Rund 250 Anwohner und Interessierte kommen am Montag in die "Fabrik", um über den neuen Fernbahnhof zu reden.

An der Planung des neuen Hamburger Fernbahnhofs am Diebsteich ist am Montag erstmals die Bevölkerung beteiligt worden. Rund 250 Anwohner und Interessierte kamen ins Kulturzentrum "Fabrik", wo Vertreter der Stadtentwicklungsbehörde das weitere Vorgehen erläuterten. In der Umgebung des neuen Fernbahnhofs sollen die Gewerbebetriebe und Anwohner nicht vertrieben werden, sagte Oberbaudirektor Franz-Josef Höing am Montagabend bei der Auftaktveranstaltung für das Großprojekt in der "Fabrik". "Es geht nicht um Tabula rasa."

Dialog mit Eigentümern und Anwohner soll beginnen

Jetzt solle der Dialog mit den Eigentümern und Bewohnern beginnen, um in den nächsten eineinhalb Jahren zu einem Gesamtkonzept für die rund 70 Hektar - immerhin fast 100 Fußballfelder - große Fläche zu gelangen, sagte Höing. Fest eingeplant sei bisher lediglich eine neue Verbindungsstraße vor dem künftigen Bahnhof, der an der S-Bahn-Station Diebsteich entstehen soll. 2023 sollen alle Nah- und Fernverkehrszüge am Diebsteich starten, knapp zwei Kilometer vom alten Bahnhof Altona entfernt, dessen Gleise mit 1.900 Wohnungen bebaut werden. Der neue Bahnhof soll die Lokomotive des Städtebaus im großen Plangebiet werden. Noch ist es von Industrie, Kleingärten und Friedhöfen geprägt.

Anwohner fordern eine Begrenzung des Verkehrs

Bei der Diskussion meldeten sich mehrere Anwohner mit Fragen nach einem Erhalt der Friedhöfe und Kleingärten am Diebsteich. Andere befürchteten stark ansteigenden Autoverkehr. Forderungen nach einer grundlegenden Absage der Pläne, erteilte Höing eine Absage. "Der Bahnhof wird den Standort verändern", sagte der Oberbaudirektor. Aber was um den Bahnhof herum entstehe, das wolle man zusammen mit den Anwohnern steuern. Rund ein Viertel der Umgebungsfläche gehöre mittlerweile der Stadt, darunter das Gelände von Thyssen-Krupp und das der Deutschen Post. Weitere Flächen sollen hinzukommen, kündigte er an. Um eine Preisspekulation zu verhindern, sollen die Bodenpreise zu einem noch festzulegenden Stichtag fixiert werden.

Bürger sollen mitgestalten

"Wie könnte zum Beispiel ein Sportpark aussehen und wie eine bessere Anbindung an den Eimsbüttler Marktplatz?", fragte Höing. Mehrere Sportanlagen sind an dieser Nahtstelle zwischen den Bezirken Altona und Eimsbüttel bereits vorhanden.

Die Bahn hatte im Sommer 2014 bekanntgegeben, den Fernbahnhof in Altona um etwa zwei Kilometer nach Norden zu verlagern. An der S-Bahn-Station Diebsteich soll ein Durchgangsbahnhof entstehen, der den jetzigen Kopfbahnhof Altona ersetzt. In Altona bleibt die S-Bahn-Station bestehen.

Schriftzug vom Bahnhof Altona in Hamburg.

Die Geschichte des Altonaer Bahnhofs

Hamburg Journal -

1844 wurde der Grundstein für den ersten Bahnhof in Altona gelegt. Einmal zog er noch um, bevor er in den 1970er-Jahren schließlich zum "Warenhaus mit Gleisanschluss" wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.05.2018 | 07:00 Uhr

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